In Hessen wird es künftig neben dem Gymnasium nur noch eine "Mittelstufenschule" geben, in der die Kinder bis zur siebten Klasse gemeinsam unterrichtet werden erst ab Klasse acht wird wieder zwischen Praxis- und Theorieorientierung unterschieden. Damit gibt es bereits dreizehn Bundesländer mit einem zweigliederigen Schulsystem.
Dem temporären Nachfragedefizit der Gesamtschule begegnet Schuldezernet Weichelt (SPD) mit der Kappung der Gesamtschule von 7 auf 6 Züge, um die beiden vorhandenen "Hauptschulen zu stärken", heißt es. "Klar, dass Weichelt jetzt den Jubel von rechts zu spüren bekommt. Insbesondere dem gymnasiale Studiendirektor Dahmen, der ein glühender Verfechter von Ersatzschulen ist, steht die Freude über den Rechtsruck der Gladbecker Schulpolitik ins Gesicht geschrieben", stellt Ralf Michalowsky fest.
An der Vorlage der SPD-Verwaltung, die schließlich auf eine Rot-Grüne Mehrheit baut, zeigt sich auch, wie ernst es die beiden Parteien mit ihren Landtagswahlprogrammen halten. Beide verfechten in den Programmen vehement "eine Schule für alle". Dazu hätten sie aber auch schon von 1995 bis 2005 Gelegenheit gehabt.
"Eine Unterstützung von Rot-Grün wird es durch DIE LINKE nach dem 9. Mai nur geben, wenn in der NRW-Schulpolitik die Weichen neu gestellt werden. Das ist einer der Punkte, von denen wir nicht abweichen werden", schließt Michalowsky.