Bonn,11. März 2010

Von: DIE LINKE. Bonn

Fronten aufbrechen - Beethoven Kulturforum erwägen

Anlässlich der morgigen konstituierenden Sitzung des Projektbeirates Festspielhaus erklären Michael Faber (Fraktionsvorsitzender) und Jürgen Repschläger (Mitglied des Kulturausschusses und des Projektbeirates) für die Linksfraktion:

Beim Thema Festspielhaus schlagen die Wogen hoch. Nicht nur in der
Standortdebatte stehen sich zwei Positionen recht unversöhnlich gegenüber.
Auch ganz grundsätzlich ist eine Frontstellung zwischen den Befürwortern des
Festspielhauses und den Unterstützern der bestehenden Bonner
Kulturlandschaft zu erkennen. Letztere befürchten nicht ohne Grund
hinsichtlich der millionenschweren Betriebskosten für ein Festspielhaus
weitere Kürzungen bei Oper, Theater und freier Kulturszene in Bonn. Die
Linksfraktion begrüßt vor diesem Hintergrund die Anregung der
Personalversammlung von Oper und Theater. Sie hatte die Verbindung von
Festspielhaus und Oper angeregt. Auf diese Weise würden Sanierungskosten für
bestehende Einrichtungen neutralisiert und Betriebskosten auf niedriger
Ebene zusammen geführt. Die Linksfraktion hat Sympathien für diesen
verbindenden Gedanken eines Beethoven-Kulturforums, in dem sowohl Konzerte
als auch der Opernbetrieb abgehalten werden könnten.
Neben rationalen Erwägungen, wonach die Ausweitung der
Spielstättenlandschaft in Bonn kostenmäßig wohl realistisch nicht ohne
Abstriche an der bestehenden Kulturförderung zu realisieren ist, überzeugt
beim Vorschlag der Personalversammlung insbesondere der verbindende Aspekt.
Die Stärke gerade der Bonner Kulturlandschaft liegt in ihrem
Facettenreichtum. Die sich abzeichnende Konfrontation der Kulturschaffenden
und Kulturfreunde zum Thema Festspielhaus schadet Bonn und sollte vermieden
werden. Hierfür gilt es gemeinschaftliche Modelle in den Blick genommen
werden. Die Linksfraktion wird diesen Ansatz in den Gremien aber auch mit
der Kulturszene in Bonn weiter diskutieren und entwickeln.
In einem heute Mittag geführten Gespräch waren sich der Kulturdezernent Dr.
Krapf und Jürgen Repschläger, Mitglied des Kulturausschusses, einig, dass in
dem Vorschlag der Personalversammlung von Oper und Theater großes Potential
steckt.

Die LINKE Bonn bleibt bei ihrer Forderung nach einem Ratsbürgerentscheid zu
einem Zeitpunkt, an dem alle Zahlen und Fakten auf dem Tisch liegen, damit
die Bonner Bürgerinnen und Bürger auch eine tatsächliche
Entscheidungsgrundlage haben.


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