160 Jahre politische Erfahrung
Werner Böwing und Erich Meinike zwei Leben für linke Politik
Unter dem Vorsitz von Hans Modrow hat sich am 12. Dezember 2007 in Berlin der Ältestenrat der Partei DIE LINKE. konstituiert. Als Vorsitzender wurde Dr. Hans Modrow berufen. Stellvertretende Vorsitzende sind Professor Dr. Gretchen Binus, Gisela Kessler und Prof. Dr. Stefan Doernberg.
„Der Ältestenrat ist ein Konsultationsgremium und wird sich schwerpunktmäßig zur Entwicklung der Partei, zu Bündnis- und internationale Fragen, zur Geschichte der Linken und zu möglichen Konsequenzen für die sozialistische Programmatik verständigen", so der Parteivorsitzende Lothar Bisky.
Auf der konstituierenden Sitzung wurde ein Rahmenarbeitsplan für 2008 verabschiedet. Neben programmatischen Fragen, gehören die skandinavischen Sozialstaatsmodelle, die Entwicklungen in Lateinamerika und der Sozialismus im 21. Jahrhundert sowie die Entwicklung der Europäischen Union und der linken Kräfte in Mittel- und Osteuropa zu den Schwerpunkten im Arbeitsprogramm des Ältestenrates.
Im März 2008 wurden aus NRW Werner Böwing und Erich Meinike in den Ältestenrat berufen.
Die politischen Biographien der beiden wollen wir hier vorstellen.
Das Arbeiterkind aus der Nähe von Leipzig blickt auf eine „bewegte“ Kindheit zurück. Weil der Vater durch seine Arbeit im Straßenbau ständig seinen Wohnort wechseln musste, hat Werner 15 mal die Schule gewechselt – ständig zog die Familie von Baustelle zu Baustelle.
1939 sollte er im „Potsdamschen Großen Militär-waisenhaus“ wegen besserer Bildungsmöglichkeiten zur Schule gehen. Ein Jahr hielt er es in der ehemals Preußischen Kadettenanstalt aus. Geprägt wurde dort seine Abneigung gegen alles Militärische. Bis 1943 besuchte er dann wieder die Zwergschule in Retzow. Es folgte eine Lehre als Zimmermann.
Im Juli 1944, als die Russen immer mehr Richtung Westen vorrückten, meldete er sich mit einem Freund „kriegsfreiwillig“. Einige Wochen vor Kriegsende, im März 1945, ging es in Nienburg an der Weser an die Front. Es war eine kurze Episode, denn Mitte April war Schluss und ohne, dass er auch nur einen Schuss abgegeben hatte, ging es in die Kriegsgefangen-schaft – die dauerte bis 1948!
Für drei Wochen Soldatsein war Werner Böwing drei Jahre hinter Stacheldraht.
Heimgekommen ins Elterhaus setzte er seine Lehre fort. Zwei Vorsätze hatte er mitgebracht: nie wieder eine Waffe in die Hand zu nehmen und nie wieder Wegsehen wenn irgendwo Unrecht geschieht.
Stationen seines politischen Wirkens: