9. August 2017 DIE LINKE. Hamm

Armut in Hamm nimmt zu

Alisan Sengül

Alisan Sengül

„Was soll das heißen, dass „Lokalpolitiker in einer Verknappung des billigen Wohnraums“ Ansätze sehen würden, „damit Hamm nicht noch mehr Anreize für Zuwanderer bietet“?“, ist Alisan Sengül, Sprecher des Kreisverbandes DIE LINKE. Hamm, empört. „Soll das die Begründung dafür sein, dass über Jahre versäumt worden ist, bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen zu schaffen, für Flüchtlinge, für Studenten*innen, für Alleinerziehende und für Senioren?“

Dass immer wieder Zuwanderer und Flüchtlinge als Ausrede für die finanziellen Probleme in Hamm ausgenutzt werden, sei menschenverachtend.

Man könne Zuwanderer und Flüchtlinge doch nicht wie wirtschaftlich verwertbares Material betrachten. „Und sogar, wenn man in dieser zynischen Sichtweise bleibt: Zuwanderer und Flüchtlinge gehen mit dem Geld, das sie bekommen, doch nicht im Ausland shoppen! Das Geld fließt hier in Hamm wieder in den Einzelhandel und die heimische Wirtschaft.

Nicht wie die Gelder der Millionäre, die in New York shoppen gehen!“, betont Sengül. „Zuwanderer und Flüchtlinge sind im Übrigen dafür verantwortlich, dass keine Kitas geschlossen werden müssen und Schulen erhalten bleiben. Sie sichern Arbeitsplätze“.

„Besorgniserregend, aber leider in großen Teilen hausgemacht, ist dagegen die hohe Zahl der Transferleistungsempfänger über 55 Jahren und bei Jugendlichen/jungen Erwachsenen. Wer, wie die Große Koalition in Hamm, glaubt, den Strukturwandel durch die Ansiedlung von Logistikunternehmen meistern zu können, irrt. Dringend erforderlich ist die Ansiedlung von Unternehmen, die auskömmliche Löhne zahlen, ohne dass ergänzende Transferleistungen erforderlich sind. Unternehmen, die ausbilden und ihre Mitarbeiter*innen nicht zum Kommunalen Jobcenter schicken. Die Kaufkraft in Hamm zu stärken ist Aufgabe der Politik, Geschäftsleerstände werden nicht durch große Worte, sondern durch Taten beseitigt“, so Sengül abschließend.

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