24. November 2017 Nina EUmann, DIE LINKE. NRW

Landesregierung muss endlich genug Schutzräume für Frauen schaffen

Nina Eumann

Nina Eumann

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am morgigen Sonnabend, erklärt Nina Eumann, stellvertretende Landessprecherin der LINKEN in NRW:

„Mädchen und Frauen vor Gewalt zu schützen ist auch heutzutage noch eine bittere Notwendigkeit. Zwar haben dies die meisten politischen Parteien mittlerweile erkannt, in der Realität mangelt es jedoch noch immer an konkretem Handlungswillen. Seit Jahren fehlt es in Nordrhein-Westfalens Frauenhäusern nicht nur an genügend Plätzen für Opfer von Gewalt. Es fehlen schlichtweg auch weitere Frauenhäuser.

Alleine im Jahr 2015 wurden laut den letzten veröffentlichten Statistiken insgesamt 3.761 Frauen in die 62 Frauenhäuser in NRW aufgenommen. Mit ihnen kamen auch 3.820 Kinder, die untergebracht werden musste. Insgesamt 6.653 Bitten um Unterbringung konnten nicht erfüllt werden. Laut Empfehlung des Europarates sollte jedoch auf 7500 Einwohner ein Frauenhausplatz bereitgestellt werden. Es gibt also noch viel zu tun!

Zudem sind die Frauenhäuser nicht bedarfsgerecht ausgestattet. Rund 40 Prozent der notwendigen Finanzmittel akquirieren sie selbst über Spenden. Das ist keineswegs hinnehmbar!

Hinzu kommt die Wohnungslosigkeit unter der Frauen auch in NRW zunehmend zu leiden haben. So hat sich die Zahl der Wohnungslosen in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. Seit dem Jahr 2011 um fast 60 Prozent auf 25.000 Betroffene. 'Im Bestreben nach einem gesicherten Schlafplatz gehen wohnungslose Frauen häufig Beziehungen ein, aus denen Abhängigkeitsverhältnisse resultieren, die oft von sexueller Gewalt, Angst und Stress geprägt sind‘, heißt es mit Blick auf weibliche Wohnungslose in einem kürzlich veröffentlichten Bericht des NRW-Sozialministers Karl-Josef Laumann (CDU). Der Bericht zeigt, die Probleme sind der Landesregierung bekannt. Nun muss endlich gehandelt werden!

DIE LINKE erneuert daher mit Nachdruck ihre Forderung nach einer sicheren und bedarfsgerechten Finanzierung und Ausstattung der besagten Schutzräume. Dies gilt explizit auch für die Mitarbeiterinnen dieser Einrichtungen.

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