4. November 2017 Jürgen Aust, DIE LINKE. NRW

Neoliberale Arbeitsmarktpolitik in Feierlaune
Zum Arbeitsmarktbericht NRW Oktober 2017:

Jürgen Aust

Jürgen Aust

"Die Arbeitsagentur NRW demonstriert nahezu Feierlaune, wenn ihre Chefin, Christiane Schönefeld, bei der Präsentation der aktuellen Arbeitslosenzahlen von einer 'überdurchschnittlichen Herbstbelebung' spricht. Auch wenn es zutrifft, dass die Zahlen für Oktober 2017 um ca. 15.500 arbeitslose Menschen weniger als im Vorjahr ausfielen, hat man für die Masse der offiziell registrierten 675.903 arbeitslosen Menschen nichts anderes zu bieten, als Durchhalteparolen", kommentiert der arbeitsmarktpolitische Sprecher im Landesvorstand der Partei DIE LINKE in Nordrhein-Westfalen, Jürgen Aust, den aktuellen Arbeitsmarktbericht.

"Denn die tatsächliche Arbeitslosigkeit in NRW liegt mit 925.792 Arbeitslosen um 37% über den offiziell zur Schau gestellten Zahlen. Es geht der herrschenden Arbeitsmarktpolitik immer wieder um eine schöne Fassade, um die marode Substanz des NRW-Arbeitsmarktes zu verschleiern. So wird weiterhin positiv berichtet, dass sich 157.284 Menschen aus der Arbeitslosigkeit abmeldeten, verschweigt dabei jedoch geflissentlich, dass davon lediglich 43.900 eine Erwerbstätigkeit aufnahmen. Doch die eigentlichen nach wie vor dramatischen Baustellen werden schlichtweg unter den berühmten Teppich gekehrt.

Denn für 286.078 langzeitarbeitslose Menschen bietet die marktradikale Politik keinerlei Perspektiven. Trotz ständiger vollmundiger Versprechungen blieben Dreiviertel der Menschen im letzten Jahr ohne Förderung. Was allerdings beständig zunimmt, ist die prekäre Beschäftigung, die die Masse die steigenden Erwerbstätigkeit ausmacht. Nach den letzten für August 2017 ermittelten Zahlen stiegen die Teilzeitstellen um 4,5%, während die Vollzeitstellen lediglich um 1% zunahmen.

Auch die Leiharbeitsbranche hatte mit 6,7% auf inzwischen 211.000 Erwerbstätigen ein kräftiges Plus zu verzeichnen. Schließlich strafen auch die 22.617 unversorgten Auszubildenden die herrschende Propaganda, es herrsche ein hoher Fachkräftemangel, Lügen. Denn wer nicht bereit ist, ausreichendes Geld in die Berufsausbildung zu investieren, der wird schwerlich behaupten können, dass er in die Zukunft junger Menschen investiert. Es bedarf deshalb eines radikalen Kurswechsels in der Arbeitsmarktpolitik."

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