13. Juli 2017 Jules El-Khatib, DIE LINKE. NRW

Anonymisierte Bewerbungsverfahren ausbauen statt abschaffen

Jules El-Khatib

Jules El-Khatib

Die NRW-Landesregierung will anonymisierte Bewerbungsverfahren bei Bewerbungen für die Landesverwaltung wieder abschaffen. CDU und FDP verschlechtern damit die Chancen von Migrantinnen und Migranten auf dem Arbeitsmarkt. Hierzu erklärt Jules El-Khatib, jugendpolitischer Sprecher der Partei DIE LINKE in Nordrhein-Westfalen: "Die geplante Abschaffung anonymisierter Bewerbungsverfahren senkt die Chancen der Partizipation von Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt. Das ist ein Schritt in die falsche Richtung.

Dass Frauen mit Kopftuch mehr als doppelt so viele Bewerbungen schreiben müssen, um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, verdeutlicht die alltägliche Diskriminierung, die derzeit auf dem Arbeitsmarkt herrscht. Die Anonymisierung öffnet den Menschen in NRW Perspektiven, die aufgrund von Herkunft, Geschlecht oder Religion auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert werden. Ihre Bewerbung würde ausschließlich aufgrund ihrer Kompetenzen beurteilt. Bislang haben sie oft nicht die Möglichkeit, in einem persönlichen Gespräch zu überzeugen.

Diese Verfahren zwingen Menschen nicht, ihre Migrationsgeschichte zu verbergen, wie CDU-Staatssekretärin Güler meint. Es geht um die Erhöhung der Chancen von Migrantinnen und Migranten auf dem Arbeitsmarkt. Bis die Diskriminierung im Arbeitsleben überwunden ist braucht es Maßnahmen wie anonymisierte Bewerbungsverfahren, um Chancengleichheit zu gewährleisten."

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