30. Januar 2018 Christian Leye, DIE LINKE. NRW

IG-Metall im Kampf um Arbeitszeit:
Wichtige Impulse für die politische Debatte

Ab Mittwoch laufen auch in Nordrhein-Westfalen die 24-Stunden Warnstreiks der IG-Metall, nachdem die Unternehmen in den Tarifverhandlungen kein tragfähiges Angebot vorgelegt haben. Gleichzeitig veröffentlicht der DGB NRW am Mittwoch eine Studie zum Thema Arbeitszeitbelastung in NRW. Dazu erklärt Christian Leye, Landessprecher der Partei DIE LINKE in Nordrhein-Westfalen:

"Großartig, dass die Metaller das heiße Eisen 'Arbeitszeit' auf die gesellschaftliche Tagesordnung gesetzt haben. Die faire Verteilung von Arbeit ist eines der großen Themen unserer Zeit, um Arbeit und Gesellschaft gerechter zu machen. Dabei brauchen die Unternehmensverbände erst gar nicht quer zu stellen: wenn deren Auftragsbücher und Gewinne den höchsten Stand seit 2008 haben, dann war ihr mickriges Angebot quasi Beihilfe zum Arbeitskampf. Als LINKE unterstützen wir die Forderung der IG Metall nach sechs Prozent mehr Lohn und einer befristeten Möglichkeit die Arbeitszeit bis zu 28 Stunden, bei teilweisem Lohnausgleich  zu verkürzen, für Beschäftigte, die etwa ihre Angehörigen pflegen müssen. Seit Wochen haben wir als Landesverband fast alle größeren Streikkundgebungen unterstützt und werden das auch weiterhin tun.

Welche Relevanz das Thema Arbeitszeit gerade für Nordrhein-Westfalen hat, zeigt die heute veröffentlichte Studie des DGB NRW. Jahrelang haben die Beschäftigten ihre Arbeitszeiten immer flexibler gestaltet. Sie leisten Schichtarbeit, sie arbeiten am Wochenende, sie machen Überstunden, und das teilweise noch ohne Bezahlung. Proftiert haben stets die Unternehmen. Jetzt soll Flexibilität den Beschäftigten nutzen – und die Unternehmensverbände schreien empört auf. Wenn die Unternehmen jahrelang Flexibilität fordern, dürfen sie nicht das Ende der Zivilisation beschwören, wenn die Flexibilität mal ihren Beschäftigten nutzen soll.

Als LINKE fordern wir, die Arbeitszeit gesetzlich umzuverteilen. Es ist vollkommener Unfug, dass der eine Teil der Gesellschaft überarbeitet ist, während der andere Teil unterbeschäftigt bleibt. Angesichts dieser Situation ist es grundvernünftig, die Arbeit neu zu verteilen. Wir fordern die  30 Stunden-Woche bei vollem Personal- und Lohnausgleich. Das ist machbar, wenn die Produktivitätszuwächse nicht alleine den Unternehmen zugeschlagen werden, sondern sinnvoll eingesetzt werden."

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