17. März 2017 Sascha H. Wagner, DIE LINKE. NRW

Pflegenotstand: Sehenden Auges in die Katastrophe

Sascha H. Wagner

Sascha H. Wagner

„In deutschen Krankenhäusern herrscht massiver Pflegenotstand. Bundesweit fehlen 100.000 Pflegekräfte, davon allein 40.000 in Nordrhein-Westfalen. Immer weniger Beschäftigte müssen immer mehr Patientinnen und Patienten in kürzerer Zeit versorgen. Von den insgesamt 264.000 Beschäftigten in den Kliniken in NRW ist dabei insbesondere die Pflege durch Personalabbau, Arbeitsstress und Arbeitsverdichtung betroffen. Die Folgen sind fehlende Zuwendung, mangelnde Hygiene und die Gefahr, dass es zu gefährlichen Pflegesituationen kommt. Dies ist ein vollends inakzeptabler Zustand, denn er geht auf Kosten derjenigen Menschen, die dringend auf Pflege und Unterstützung angewiesen sind“, warnt Sascha H. Wagner, Landesgeschäftsführer der NRW-LINKEN und deren Wahlkampfleiter.

Bisher habe die NRW-Landesregierung von SPD und Bündnis 90/Die Grünen kein ernsthaftes Konzept vorgelegt, wie sie den Pflegenotstand nachhaltig bekämpfen wolle. „Wenn die 'rot-grüne' Landesregierung nicht endlich handelt, ist NRW den Aufgaben, die sich aus dem erwarteten Anstieg der Pflegebedürftigkeit ergeben, nicht gewachsen. Die Landesregierung rennt sehenden Auges in die Katastrophe“, moniert Wagner.

„DIE LINKE kämpft gemeinsam mit den Gewerkschaften für bessere Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in der ambulanten und stationären Altenpflege und in den Krankenhäusern und zugleich für eine gute Gesundheitsversorgung für alle Menschen.

Dass es anders gehen kann, zeigt ein Blick in andere Länder. Während sich in Deutschland rund 12 Pflegekräfte um 100 Krankenhauspatienten kümmern, sind es in den Niederlanden und der Schweiz mehr als doppelt so viele Pflegekräfte pro Patient. In Norwegen kommen sogar 43 Pflegekräfte auf 100 Krankenhauspatienten.

Wir fordern daher eine gesetzliche Personalbemessung, um den Personalnotstand zu bekämpfen und die bundesweit notwendigen 100.000 Pflegekräfte einzustellen. Wir brauchen verbindliche Vorgaben, wie viele Pflegekräfte für wie viele Patienten und Patientinnen benötigt werden. Die Krankenhausfinanzierung des Landes NRW muss auf mindestens 1,3 Milliarden Euro jährlich erhöht werden“, fordert Wagner daher weiter.

*Terminhinweis: „Aufstand gegen Pflegenotstand“. Mittwoch, den 22. März, um 19 Uhr auf dem Campus der Universität Essen, S05 T00 B42. Podiumsdiskussion mit Bernd Riexinger, Parteivorsitzender DIE LINKE. und Alexander Mrosek, Jugendauszubildendenvertreter am Universitätsklinikum Essen.

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