25. Februar: Autobahn-Aktionstag

 

11. März: Großdemo Gronau - Urananreicherung Verbieten

 

Kein Atommülltourismus

Flyer; Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen: Jülich-Ahaus Castoren Stoppen! Castoren rollen nicht nur nach Gorleben. 2012 sollen 152 Castor-Behälter mit LKW vom Atom-Forschungszentrum Jülich (bei Aachen) ins Atommülllager Ahaus (Münsterland) gebracht werden.
Wie schon 2005 von Dresden sollen diese Castortransporte über die Autobahnen führen. Bis zu 76 Einzeltransporte sind geplant!

 

DIE LINKE in NRW: Atomkraft? Nein Danke!

Atomausstieg jetzt – Fukushima ist überall!

15. Dezember 2011

Umweltverbände und Bürgerinitiativen fordern: Castortransporte verhindern – Atomausstieg in NRW durchsetzen!

Vor der Landespressekonferenz am 15.12.2011 traten das Aktionsbündnis "Stop Westcastor" aus Jülich, das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und der BUND in Düsseldorf gemeinsam auf.

Siegfried Faust vom Aktionsbündnis "Stop Westcastor" antwortet unmittelbar nach der LPK auf die speziellen Fragen der LINKSLETTER-Redaktion


1) Die Forderung von "Stopp Westcastor" fällt ja aus dem Rahmen der üblichen Atomproteste: Im Wendland wie in Ahaus protestieren die Menschen, weil sie den Atommüll nicht haben wollen. Ihr aber kämpft darum, dass Atommüll in Jülich bleibt. Warum wollt ihr die gefährlichen Hinterlassenschaften der
Kernforschungsanlage behalten?

Siegfried Faust: Jahrzehnte lang hat das Forschungszentrum von der Atomforschung profitiert. Jetzt möchten die Verantwortlichen aber die hoch verstrahlten Überbleibsel loswerden. Wir als Anti Atom Initiative aus der Jülicher Region halten es für unverantwortlich, dass zur Imageaufpolierung des Forschungszentrums der strahlende Müll den Menschen in Ahaus vor die Füße gekippt werden soll. 

Jülich wird trotzdem seine atomaren Altlasten behalten, denn neben den 152 West- Castoren gibt es noch den vertrahlten AVR Reaktorbehälter, der in Jülich zwischengelagert werden muss und mit dem Dido auf dem Gelände des FZJ zu8 dem eine weitere Reaktorruine. Außerdem sind sich die in den Castoren befindlichen 300000 Brennelementkugeln nicht Endlagerfähig verpackt. Während aber eine solche Umverpackung  in Ahaus nicht möglich ist, besitzt Jülich die dafür erforderliche Anlage.

In der Konsequenz würde das bedeuten, dass entweder die Castoren zur Herstellung einer Endlagerfähigkeit wieder nach Jülich zurück befördert werden müssten oder in Ahaus unter Aufwendung astronomischer Kosten eine weitere Konditionierungsanlage errichtet werden müsste. Vor allem birgt aber jeder Transport von atomar versuchten Material, und die Jülicher Brennelemente sind als extrem gefährlich einzustufen, immense Gefahren!

2) Seid ihr der Meinung, dass die Landesregierung von SPD und Grünen in NRW das in ihrer Macht stehende getan hat, um die Castortransporte durch NRW abzuwenden?

Siegfried Faust: In Jülich läuft die Genehmigung für das Zwischenlager Mitte 2013 aus. Es gibt aber nach wie vor weder eine Transportgenehmigung noch eine Genehmigung für die Zwischenlagerung der West- Castoren in Ahaus. Obwohl solche Genehmigungen in der Regel mindestens 2 Jahre dauern, können wir bei der Landesregierung diesbezüglich leider keine besondere Eile feststellen. Minister Voigtsberger hatte in einem Interview selbst zugegeben, dass er es versäumt hat, eine Umweltverträglichkeitsstudie über den eventuellen Verbleib des Atommülls in Jülich in Auftrag zu geben.

3) Gibt es eine Einschätzung, wann es zu den ersten Transporten kommen könnte?

Siegfried Faust: Egal, welche Lösung für die West- Castoren letztlich realisiert wird, es wird auf jeden Fall einen Genehmigungslosen Zustand geben. Nach jetzigen Stand hat der Aufsichtsrat des FZJ den Abtransport nach Ahaus beschlossen. Deshalb rüsten wir uns dafür, bereits Anfang 2012 auf eventuelle Castortransporte reagieren zu können.


Pressemitteilung Umweltverbände und Bürgerinitiativen fordern: Castortransporte verhindern – Atomausstieg in NRW durchsetzen!
Atomkraftgegner fordern Atomausstiegsfahrplan für NRW und kündigen massive Protest an / Erste Demonstration in Ahaus am 18. Dezember

Düsseldorf, 15.12.2011 - Umweltverbände und Bürgerinitiativen wollen gemeinsam die drohenden Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus verhindern. Gleichzeitig forderten sie heute in Düsseldorf von der Landesregierung einen konkreten Ausstiegsfahrplan für alle Atomanlagen in Nordrhein-Westfalen.

Für Sonntag, den 18. Dezember (14 Uhr), kündigten die Atomkraftgegner eine erste Demonstration vor dem Atommülllager in Ahaus an.

Am Jahrestag der Fukushima-Atom-Katastrophe (11. März 2012) ist eine Großdemonstration in Gronau, dem Standort der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage, geplant. Dort soll fürden sofortigen Atomausstieg demonstriert werden.
„Auch nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima wurden die massiven Atomprobleme in NRW nicht gelöst“, sagte Paul Kröfges, NRW-Landesvorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Noch immer
wird hierzulande hochgefährlicher Atommüll produziert und noch immer gefährden zahllose Atomtransporte die Bevölkerung in Dörfern und Großstädten. Die rot-grüne Landesregierung muss verantwortungsvoll handeln, Betriebsgenehmigungen aufheben und die Atommüll-Schiebereien stoppen. Wir brauchen einen Ausstiegsfahrplan für NRW.“ Auch wenn die Bundesregierung einen Großteil der Verantwortung trage, böten sich durchaus auch
Handlungsoptionen für die NRW-Landesregierung. Der BUND-Chef forderte NRW-Energieminister Harry K. Voigtsberger deshalb auf, der Urananreicherungsanlage Gronau die Betriebsgenehmigung zu entziehen. Das sei nach dem Atomgesetzt nicht nur möglich, sondern zwingend geboten.

Auch in Bezug auf die von der Bundesregierung durchgesetzten Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus sind sich die Anti-Atomkraft-Initiativen einig: Der Transport der 152 Westcastoren von Jülich nach Ahaus bringe keinen Sicherheitsgewinn, da er nur von einem Zwischenlager ins nächste gehe.

„Die Anti-Atomkraft-Bewegung ist vorbereitet, die Castor-Transporte mit massiven Protesten zu verhindern“, kündigte Siegfried Faust vom ‚Aktionsbündnis Stop Westcastor‘ an.„Mit einem Autobahn-Aktionstag werden wir Ende Februar phantasievoll gegenden sinnlosen und gefährlichen Transport der Westcastoren von Jülich nach Ahaus demonstrieren. Gleichzeitig protestieren wir entschieden gegen die Jülicher Exportpläne für die unberechenbaren Hochtemperatur-Reaktoren.“

Udo Buchholz vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) bezeichnete die Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau als „grundlegenden
Knackpunkt, an dem die Landesregierung Farbe bekennen muss.“ Buchholz kritisierte mit Nachdruck, dass die einzige deutsche Urananreicherungsanlage in Gronau beim Atomausstiegsgesetz bewusst „vergessen“ wurde. „Derzeit entsteht
in Gronau ein gigantisches Atommüll-Lager für 60.000 Tonnen Uranoxid und es rollen ständig Urantransporte quer durch NRW“, so der Gronauer.

Um die Gefahren der Uranverarbeitung und der Urantransporte sowie die Auswirkungen des Uranabbaus einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, organisieren die Aktionsbündnisse in der Region Jülich und im Münsterland, der BBU, der BUND und rund 20 weitere Organisationen für den 4. Februar in Münster eine internationale Urankonferenz.
Informationen dazu gibt es bereits im Internet unter www.urankonferenz2012.de

Die wichtigsten Anti-Atom-Termine in der Übersicht:

  • 18.12.2011: Demonstration am Ahauser Atommüll-Lager, 14.00 Uhr
  • 21.01.2012: Landeskonferenz der Anti-Atomkraft-Initiativen in NRW, Oberhausen
  • 04.02.2012: Internationale Urankonferenz in Münster
  • Ende Februar: Autobahn-Aktionstag gegen Castortransporte von Jülich nach Ahaus
  • 11.03.2012: Fukushima-Jahrestag, Großdemonstration an der Gronauer Urananreicherungsanlage
  • 09.04.2012: Landesweiter Anti-Atom-Ostermarsch in Jülich

Regelmäßige Termine:

  • Erster Sonntag im Monat, 14.00 Uhr, Sonntagsspaziergänge an der Urananreicherungsanlage Gronau
  • Dritter Sonntag im Monat, 14.00 Uhr, Sonntagsspaziergänge an der Ahauser Atommüll-Deponie

Weiterführende Informationen:www.kein-castor-nach-ahaus.de, www.bbu-online.de, www.westcastor.de ,www.bund-nrw.de.


Kontakte für Rückfragen:
Dirk Jansen, Geschäftsleiter BUND NRW, T. 0211/302005 – 22
Siegfried Faust, Aktionsbündnis Stop Westcastor: T. 0157- 750 755 98
Udo Buchholz, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen/ BBU, T. 0176-64699023