29. Dezember 2011 DIE LINKE. NRW

Antifaschistischen Widerstand leisten! Zur Simon Wiesenthal Liste

Kürzlich hat das Simon - Wiesenthal - Center aus Los Angeles eine Liste der ihrer Meinung nach momentan „größten Antisemiten“ herausgegeben. In dieser Liste taucht u.a. der Name des Fraktionsvorsitzenden der LINKEN im Duisburger Stadtrat Hermann Dierkes auf. Wir kennen die Kriterien nicht, die dazu führten, dass das Simon - Wiesenthal - Center sich bewogen fühlte, Hermann Dierkes in diese Liste aufzunehmen. Wir haben allerdings den Eindruck, dass hier Antisemitismus mit einer kritischen Haltung zu der Politik der israelischen Regierung verwechselt wird.

In der Publikation des Simon-Wiesenthal-Centers werden Zitate aus einem Flugblatt veröffentlicht, das vor einigen Monaten auf den Seiten der Linksjugend Duisburg von unbekannten platziert wurde, und es wird der Eindruck erweckt, die zitierten Äußerungen stammen von Hermann Dierkes. Hermann Dierkes hat mehrmals erklärt, dass dieses antisemitische Naziflugblatt weder von ihm noch von einer verantwortlichen Person aus dem Duisburger Kreisverband der Linken  auf die Homepage der Linksjugend [`solid] Duisburg gestellt wurde. Auch die Linksjugend ['solid] Duisburg sowie die Landesebene des Jugendverbands haben sich eindeutig vom Naziflugblatt distanziert. Der Kreisvorstand hat Anzeige gegen Unbekannt gestellt, um heraus zu bekommen, wer dieses Flugblatt eingestellt hat.

Der Landesvorstand DIE LINKE. NRW  erklärt seine Solidarität mit Hermann Dierkes und weist die uns bekannten Vorwürfe, die das Simon -Wiesenthal – Center gegen ihn erhebt, zurück. Hermann Dierkes ist seit Jahrzehnten ein aufrechter Antifaschist! Ihm ein Naziflugblatt anzudichten ist eine Frechheit.

Wir sind besonders erschrocken über diese Liste, da wir hier in der Bundesrepublik in den letzten Jahren in der Tat mit wachsendem Rassismus und Antisemitismus konfrontiert sind. Nicht zuletzt haben die Morde der sogenannten Zwickauer Zelle der faschistischen NSU deutlich gemacht, welche Gefahren von diesen neofaschistischen Strukturen ausgehen. Und auch die Thesen des SPD Mitgliedes Sarrazin vergiften das Klima in der Bundesrepublik. Sarrazin scheut sich nicht, antisemitische Anleihen aus den Propagandamaterialen der deutschen Faschisten zu übernehmen, um seine antimuslimische Hetze- unter das „deutsche Volk" zu bringen.

Der Landesvorstand der LINKEN in NRW fordert das Simon - Wiesenthal - Center auf, eine Richtigstellung vorzunehmen und diese Liste zurück zu ziehen sowie mit uns eine Diskussion über Antisemitismus in der Bundesrepublik zu führen. DIE LINKE steht in erster Reihe im Kampf gegen Faschismus, Antisemitismus und Rassismus jeglicher Art – überall!