Hubertus Zdebel
Bewerbung für Platz 8 der Landesliste NRW

Liebe Genossinnen und Genossen,

eine starke LINKE ist notwendiger denn je: In Zeiten des fortschreitenden Klimawandels und einer immer rücksichtsloseren Zerstörung unseres Planeten braucht es wenigstens eine Partei im Bundestag, welche die Ursachen klar benennt: Eine profitorientierte Wirtschaftsordnung, die auf der Ausbeutung von Mensch und Natur basiert, kann niemals sozial und ökologisch sein.

Sozial-ökologischer Umbau ist das Gebot der Stunde und muss in den anstehenden Wahlkämpfen zum Thema gemacht werden. Als langjähriger Umweltaktivist und Sprecher für den Atomausstieg der Bundestagsfraktion habe ich mich seit jeher dafür eingesetzt, das Soziale und das Ökologische nicht gegeneinander zu diskutieren, sondern im Zusammenhang zu denken. Im Folgenden möchte ich einige Schwerpunkte beleuchten, zu denen ich bisher im Bundestag gearbeitet habe und die auch in der nächsten Legislaturperiode von zentraler Bedeutung sein werden:

Umgang mit dem Atommüll – Keine Bad Bank für Atomkonzerne

Da die Atomkonzerne keine Profite mit der Atomenergie mehr erzielen, wollen sie die AKWs und den Atommüll dem Staat in die Hand drücken. Sie stoßen dabei auf offene Ohren bei CDU/CSU, SPD und Grünen. Ein Mega-Milliarden-Geschenk haben GRÜNE, SPD und CDU/CSU den Atomkonzernen Ende 2016 mit dem Gesetz zur Nuklearhaftung gemacht: Die Risiken der Atommüll-Kosten tragen nun nicht mehr die Konzerne, sondern die BürgerInnen. Das nenne ich Bad Bank fürs Atom. Nur wir kämpfen dafür, dass die Konzerne in der Verantwortung bleiben! RWE und E.ON haben ihren Sitz in NRW. Für uns LINKE Anlass genug, uns diese beiden besonders vorzuknöpfen!

Atomausstieg! - Nicht in NRW?

In Gronau steht die für den weltweiten AKW-Betrieb zentrale Uranfabrik (UAA) der URENCO. URENCO stellt dort Uranbrennstoff her, unter anderem für den belgischen Pannenreaktor in Tihange. Die Anlage ist vom Atomausstieg ausgenommen. Die UAA könnte auch das Material für eine Uran-Atomwaffe produzieren; sie ist der deutsche Griff nach der Atombombe. E.ON und RWE sowie Großbritannien wollen ihre jeweils Drittel an der URENCO zu Geld machen. Ich lehne das ab. Die Uranfabrik in Gronau muss endlich stillgelegt werden!

Atomausstieg muss grenzenlos sein

Ein Super-GAU in Tihange und Doel würde auch NRW treffen. Makaber: Der Brennstoff für die maroden Meiler kommt auch aus deutschen Uranfabriken. Jedes zehnte AKW weltweit erhält seinen Uranbrennstoff aus der Uranfabrik in Gronau. Aus Lingen stammen die Brennelemente. Ich fordere: Die Ausfuhrgenehmigungen müssen durch die Bundesregierung untersagt werden!

In Jülich lagern 152 Castoren mit hochradioaktivem Atommüll in einer unzureichend gesicherten Lagerhalle. Der staatliche Betreiber will die Castoren in die USA exportieren - andernfalls könnte Ahaus Ziel der Atomtransporte werden. Ich beteilige mich am Widerstand gegen beide Varianten. Eine Lösung muss in Jülich gesucht werden!

Erneuerbare Energie und Klimaschutz statt Braunkohle und Fracking

Anti-Fracking: Die Anti-Fracking-Bewegung und die Kritik der Bevölkerung haben bisher das Schlimmste verhindert; das Gesetz der Bundesregierung jedoch erlaubt Fracking in spezifischen Sandgesteinen – auch in NRW. Zudem erhöhen Freihandelsabkommen wie CETA die Fracking-Gefahr. Für ein ausnahmsloses Fracking-Verbot und den Ausbau erneuerbarer Energien! Das ist meine Forderung, mit der wir insbesondere den vielen enttäuschten Grünen-WählerInnen ein Angebot machen können.

Kohleausstieg: Ziel der LINKEN ist ein geordneter Ausstieg bis 2035. Dafür braucht eine Region wie das Rheinische Revier, wo drei der fünf Kraftwerke mit dem höchsten CO2-Ausstoß in Europa stehen, einen sozialen und ökologisch verträglichen Strukturwandel. Hier sind wir als LINKE gefragt, gemeinsam mit Gewerkschaften, Umweltverbänden und den KlimaaktivistInnen von „Ende Gelände“ Druck zu erzeugen, damit der Strukturwandel die Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen verbessert und die Profiteure der Braunkohle-Verstromung, insbesondere RWE, nicht aus dem Verursacherprinzip entlassen werden.

Sowohl in meiner Zeit als Landessprecher als auch aktuell als Bundestagsabgeordneter habe ich stets einen kooperativen Umgangsstil gepflegt. Auch weiterhin will ich die Zusammenarbeit mit den Kreisverbänden und ihren Mitgliedern sowie mit den sozialen Bewegungen vor Ort in den Mittelpunkt stellen. Positive Ansätze wie zum Beispiel beim Widerstand gegen die Fracking-Aufsuchungserlaubnisse im Ruhrgebiet oder bei der Bayer-Deponie Dhünnaue in Leverkusen sind ausbaufähig. Mir ist dabei bewusst, dass die gute Verankerung und Umsetzung von Perspektiven und Alternativen in eher ländlich geprägten Räumen mit anderen Schwierigkeiten verbunden sind als in Zentren und Ballungsgebieten. Durch meine vielfältigen Erfahrungen auf Bundes-, Landes-und kommunaler Ebene sowie durch meine langjährigen außerparlamentarischen Aktivitäten hoffe ich, DIE LINKE stärken zu können.

Ich bitte Euch um Euer Vertrauen und die Unterstützung meiner Kandidatur.

Mit solidarischen Grüßen
Hubertus Zdebel

Zur Person:

  • 62 Jahre
  • Journalist
  • 1979-1980 Hochschulreferent des AStAs der WWU Münster
  • 1987-1989 Rat der Stadt Münster
  • 1995-1998 Mitarbeiter der NRW-Landtagsabgeordneten Hedwig Tarner
  • 1998-2001 Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten Christian Simmert
  • 1999-2004 Mitglied der Strukturkommission des Regionalrats Münster
  • 2001-2009 Leiter des NRW-Landtagsbüros von Rüdiger Sagel
  • 2007 Austritt aus den Grünen; anschließender Eintritt in DIE LINKE
  • 2008-2009 stellvertretender Kreissprecher in Münster
  • 2009-2013 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup
  • 2010-2012 Landessprecher der LINKEN. NRW
  • Seit 2013 MdB, Sprecher für den Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Mitglied in der Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe des Bundestages, Obmann im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
  • Für die Bundestagswahl 2017 wurde ich wie schon 2009 und 2013 zum Direktkandidaten im Wahlkreis Münster gewählt.
  • Einstimmige Voten für meine Kandidatur auf der Landesliste NRW: KV Münster, KV Gelsenkirchen und Ökologische Plattform NRW

Mitgliedschaften:

  • ver.di, RLS NRW,
  • Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e.V.,
  • Verein Frauenstraße 24 Münster, AG Schacht Konrad
  • Bürger der Republik Freies Wendland

Kontakt:

Mail: hubertus.zdebel@bundestag.de

Mobil: 0177.5971875

Homepage: http://www.hubertus-zdebel.de/

Facebook: https://www.facebook.com/ZdebelHubertus

Die Bewerbung als PDf

Schreibe eine Mitteilung an Hubertus Zdebel:

3. März 2017, 13:22 UhrHubertus Zdebel

Liebe Genossinnen und Genossen in der LAG Betrieb & Gewerkschaft NRW,

als MdB werde ich mich selbstverständlich auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Voraussetzungen für eine weitreichende büroübergreifende betriebliche Mitbestimmung umgesetzt werden. Nach dem Einzug in den Bundestag 2013 bin ich umgehend der Abgeordnetengemeinschaft unserer Fraktion im Bundestag beigetreten. Es ist für mich als Gewerkschaftsmitglied völlig klar, dass die betriebliche Interessenvertretung umfassend gewährleistet sein muss. Das hat in meinen Augen selbstverständlich auch für die MitarbeiterInnen in den Abgeordnetenbüros zu gelten.

Wenn Ihr weitere Fragen habt, meldet Euch gern.

Mit solidarischen Grüßen
Hubertus

3. März 2017, 13:16 UhrBundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) e. V. begrüßt und unterstützt die Kandidatur von Hubertus Zdebel aus Münster für einen aussichtsreichen Listenplatz. Hubertus hat in den vergangenen Jahren in vielfältiger Weise die örtlichen Bürgerinitiativen
und den BBU unterstützt. Gerade für die Anti-Atomkraft-Bewegung sowie für die Anti-Fracking-Bewegung wäre es sehr hilfreich, wenn Hubertus Zdebel auch dem nächsten Bundestag angehören würde.

Hubertus hat sich beispielsweise maßgeblich gegen die deutsche Urananreicherungsanlage
in Gronau (Westfalen) engagiert. Sie unterliegt keiner Laufzeitbegrenzung und kann somit unbefristet Nuklearbrennstoff für den Betrieb von AKW im In- und Ausland produzieren. Hubertus hat wiederholt Anfragen zu den strittigen Verkaufsplänen des Betreiberkonzerns Urenco und zu den zahlreichen Urantransporten gestellt. Er hat immer wieder vor Ort in Gronau an Protestaktionen teilgenommen. Kurz vor Weihnachten 2016 besuchte er ein Bündnistreffen in den Niederlanden.

Gemeinsam mit vielen Atomkraftgegner*innen hat Hubertus im Herbst in Lingen (Niedersach¬sen) an einer Demonstration gegen die dortigen Atomanlagen und gegen Exporte von frischen Brennelementen aus der Lingener Brennelementefabrik für den Betrieb internationaler AKW teilgenommen. Auch diese Anlage unterliegt keiner Laufzeitbegrenzung und es ist wichtig, dass sich ein engagierter Abgeordneter wie Hubertus für die Stilllegung dieser Anlage einsetzt.

Dank gebührt Hubertus auch dafür, dass er internationale Atomprojekte und Euratom nicht aus den Augen verliert. So hat er sich eindeutig gegen das Fusionsprojekt ITER in Frankreich ausgesprochen.

Hubertus hat sich intensiv mit den Fragen rund um das Thema „Entsorgung“ befasst. Er hat in Berlin die Interessen der Anti-Atomkraft-Initiativen vertreten und diese mit Informationen aus Berlin unterstützt. Die drohenden Castor-Atommülltransporte von Jülich in die USA hat er offensiv abgelehnt.

Seit Beginn der Debatte über Fracking war Hubertus die engagierte und kompetente Stimme im Bundestag gegen diese umweltzerstörende Form der Gas- und Ölförderung. Dank ihm konnten Vertreter des BBU und der Anti-Fracking-Bewegung ihre Kritik an der Fracking-Gesetzgebung der Bundesregierung bei Anhörungen des Umweltausschusses und des Wirtschaftsausschusses des Bundestages direkt vertreten. Hubertus hat sich nie auf eine Diskussion eingelassen, unter welchen Bedingungen Fracking akzeptabel sein könnte, sondern sich konsequent für die Forderung der Umweltbewegung, Fracking ausnahmslos zu verbieten, eingesetzt. Die Arbeit der Anti-Fracking-Initiativen hat er immer wieder mit Fragen an die Bundesregierung und Entschließungsanträgen unterstützt. Es ist auch Hubertus zu verdanken, dass die Bundesregierung davor zurückgeschreckt ist, die Schiefergasförderung in Deutschland jetzt freizugeben.

In den nächsten Jahren wird die Auseinandersetzung um Fracking weiter zunehmen. Gaskonzerne wie Exxon Mobil oder Wintershall zielen nicht nur auf Fracking in bestimmten Sandgesteinen (Tight-Gas-Reservoirs). Sie bereiten sich mit ihrer Lobbyarbeit bereits jetzt auf eine flächendeckende Schiefergasförderung vor. 2021 wird das derzeitige Verbot der Schiefergasförderung vom Bundestag überprüft und könnte fallen. Um dies zu verhindern, ist es wichtig, dass mit Hubertus ein sachkompetenter Abgeordneter im Bundestag vertreten ist, der gegen eine Ausweitung von Fracking eintritt und engagiert für ein ausnahmsloses Fracking-Verbot streitet.

Mit Hubertus haben die Anti-Atom-Bewegung und die Anti-Fracking-Bewegung einen Abgeordneten im Bundestag, der ihre Positionen ohne Wenn und Aber vertritt. Der BBU würde sich daher freuen, wenn Hubertus wieder einen aussichtsreichen Listenplatz erhalten würde.

3. März 2017, 10:18 UhrMartin Donat

Lieber Hubertus,

"...ein Gespenst geht um in Europa..." und das heißt Atomausstieg!
Als überparteiliche Bürgerinitiative unterstützen wir für gewönlich politische Parteien nicht und lassen uns auch keinesfalls von Parteien vereinnahmen.
Wir schauen allerdings sehr genau, ob die Programmatik und besonders, ob das konkrete Handeln von Parteien und Fraktionen sich mit unseren Zielen für eine nachhaltige, ökologisch intakte und eine lebenswerte Zukunft ohne Atom deckt und merken das dann schon mal - lobend oder eben auch nicht - an.
Noch genauer verfolgen wir, wie sich handelnde Personen im politischen Raum positionieren und ob und wie sie ihre Chancen und ihren Einfluss nutzen.

Wir haben jetzt mitbekommen, dass du dich wieder um einen aussichtsreichen Listenplatz 8 für die diesjährige Bundestagswahl für die Landesliste der Partei "DIE LINKE." Nordrhein-Westfalen bewirbst.
Wir begrüßen deine erneute Kandidatur und möchten dir für dein bisheriges außerordentliches Engagement als Sprecher für den Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag danken.
Uns freut es besonders, dass du den Wendenpass der Republik Freies Wendland, den wir dir bei deinem Besuch überreicht haben, immer noch auf deiner Internetseite bei deinen Mitgliedschaften aufführst!
Das zeigt uns nämlich, dass du auch noch lachen kannst ("Dieser Pass ist gültig, solange sein Inhaber noch lachen kann.").
Dieser Pass für das ganze Universum aus dem Hüttendorf der Bohrstelle 1004 von 1980 sagt aber noch mehr aus: "Der Inhaber dieses Passes ... gibt somit zu verstehen, dass ein Staat, der die Unversehrtheit seiner Menschen an Körper, Geist und Seele nicht gewährleistet, der die natürliche Ausgewogenheit zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen und Mineralien nicht erhalten kann, der die Ausbeutung Aller zugunsten von letztlich Niemand betreibt, der an dem tödlichen Mißverständnis festhält, daß innere und äußere Sicherheit durch Waffen und Uniformen hergestelt werden kann, daß ein solcher Staat nicht länger der seine ist!"

Wir finden auch deinen besonderen Einsatz gut für Erneuerbare und Klimaschutz, für sozial ausgewogenen Kohleausstieg, gegen Fracking, Ceta und TTIP, aber vor allem für einen grenzenlosen Atomausstieg, der dieses Etikett auch verdient hat. Du hast erkannt, dass das Uran für die Pannenreaktoren Tihange und Doel von der URENCO aus Gronau stammt und die Brennelemente aus Lingen und dass damit der deutsche Atomausstieg eine Mogelpackung ist, weil genau diese Anlagen auch über 2022 hinaus weiterbetrieben werden sollen! Du beteiligst dich am Widerstand gegen den Export der 152 Jülich-Castoren in die USA (wo unter Umgehung von eurropäischen Umweltnormen das radioaktive C-14 in die eine Luft freigesetzt werden soll...) und gegen die billige Verbringung nach Ahaus. Wir gehen davon aus, dass wir dich auch bei den Protesten gegen die nächsten (irrwitzigen) Castortransporte auf dem Neckar wiedertreffen.

Ganz außerordentlich möchten wir aber deinen ermüdenden Einsatz in endlosen Sitzungen der Endlagerkommission würdigen, in denen du (oft auf verlorenem Posten ...) die Positionen der (internationalen) Anti-AKW-Bewegung und der Wendländer hochgehalten hast, und für die du, wie der Bund für Umwelt- und Naturschutz, mühevoll ein eigenes abweichendendes Votum als Abschlussbericht erarbeitet hast.

Wir denken, DIE LINKE. ist gut beraten, die Themen Umwelt, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Energiewende, Atommüllpolitik und Atomausstieg weiter prioritär zu besetzen, damit der ökologische Wandel am Ende auch ein sozial gerechter wird! Eine saubere lebenswerte Welt und Umwelt muss für alle sein!
Und wer wie wir weis, wie ungeheuer komplex die Vorgänge nicht nur um die Energiewende und den Atomausstieg sind, sondern wie besonders perfide die Dinge sich beim Rückbau, der Zwischenlagerung und der sogenannten "Endlagersuche" verhalten, wünscht sich sehnlich, dass gute und erfahrene Leute "am Ball" bleiben (können...)!

Also: toi toi toi und: Hol di fuchtig!
Wat mut dat mut!

Wir wollen weiter mit dir zusammenarbeiten.
Mach was draus.

Martin Donat
(Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.)

2. März 2017, 15:06 UhrLAG betrieb & gewerkschaft NRW

Lieber Hubertus, bist du bereit als MdB den PV-Beschluss vom 26.09.2015 umzusetzen: „Die Fraktionen und die Mandatsträger_innen auf Bundes- und Landesebene, sowie alle weiteren
Organisationseinheiten unserer Partei werden aufgefordert, verbindliche umfassende Voraussetzungen für eine betriebliche
Mitbestimmung gemäß BetrVG für alle Beschäftigten der Fraktionen und der Abgeordneten der LINKEN zu schaffen. Das heißt
insbesondere, für alle bei MdBs oder MdLs persönlich beschäftigte Mitarbeiter_innen büroübergreifende betriebliche Mitbestimmung zu
ermöglichen, so dass es für die Beschäftigten in wichtigen betrieblichen Angelegenheiten gleiche Bedingungen und Regelungen gibt.
Betriebsräte in den einzelnen Abgeordnetenbüros können dies nicht gewährleisten.“

1. März 2017, 22:55 UhrHubertus Zdebel

Liebe Genossinnen von LISA NRW,

ich kandidiere mit dem Themenschwerpunkt sozial-ökologischer Umbau und arbeite dabei besonders im Bereich Atom- und Kohleausstieg sowie Fracking, außerdem im Bereich Wohnungspolitik und Verkehrspolitik.

Sozial-ökologischer Umbau und Feminismus gehören zusammen.
Denn auch im Bereich Umwelt- und Klimapolitik stellt sich die Frage nach den Geschlechterverhältnissen. Vielleicht nicht auf den ersten Blick, schließlich betreffen der Klimawandel und Umweltverschmutzungen „uns alle“. Doch bei genauerem Hinsehen ergibt sich auch hier eine unterschiedliche Betroffenheit aufgrund von sich überschneidenden Diskriminierungsformen. Aus gutem Grund haben die seit den 1970er Jahren entstandenen ökofeministischen Bewegungen auf die strukturelle Ähnlichkeit von Naturausbeutung und Ausbeutung weiblicher Arbeitskraft hingewiesen.

Der Klimawandel trifft die Ärmsten der Armen dieser Welt zuerst und am härtesten. Dies sind insbesondere die Regionen im Trikont, die von landwirtschaftlicher Subsistenzwirtschaft leben und nun immer häufiger von Naturkatastrophen heimgesucht werden. In diesem Bereich arbeiten vor allem Frauen und es ist ihnen häufig aufgrund ihrer Lebensumstände nicht möglich zu fliehen. Den Klimawandel als Fluchtursache anzuerkennen, heißt deshalb auch, die spezifischen Probleme anzusprechen, die sich durch den Klimawandel für Millionen Frauen ergeben.

Der von SPD, CDU/CSU und gerade auch von den Grünen gepredigte „Grüne Kapitalismus“ ignoriert die Zugangsbarrieren von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Natürlich bin ich für den Ausbau erneuerbarer Energien, doch ökologischer Fortschritt und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen dürfen nicht gegeneinander stehen. So ist beispielsweise der Sektor der Erneuerbaren Energien (wie etwa Solarenergie und Windenergie) ganz überwiegend männlich besetzt, was bei der Entstehung neuer Branchen ein regelmäßig zu beobachtendes Phänomen darstellt. Von diesem Denkmuster ist auch das Pariser Klimaschutzabkommen geprägt: der Aspekt Geschlechtergerechtigkeit wurde aus dem verbindlichen Abkommen in die unverbindliche Präambel verschoben. Diesem Problem müssen wir uns stellen und Lösungen entwickeln. Auch für den Bereich Umwelt und Klima gilt: Der Zugang zu Ressourcen und gesellschaftlicher Teilhabe ist nach wie vor sehr ungerecht verteilt.

Ein weiteres Beispiel ist die unbezahlte Reproduktionsarbeit (Haus-, Erziehungs-, Pflegearbeiten): Hier waren die Debattenbeiträge von LISA sehr wertvoll, die das Phänomen grundsätzlicher erfassten. Für den von mir bearbeiteten Bereich der Wohnungspolitik gilt: Die geschlechtlich zugeteilte Reproduktionsarbeit schlägt sich auch in den städtischen Infrastrukturen nieder, die stark an „männlichen Bedürfnissen“ orientiert sind und eingeschliffene Rollenerwartungen festschreiben. Orte der Produktion und Orte der Reproduktion sind noch immer stark voneinander getrennt. Sozial-ökologischer Umbau heißt für mich in diesem Zusammenhang auch die „Vergeschlechtlichung“ räumlicher Strukturen zu erkennen, zu problematisieren und zu überwinden.

An dieser Verbindung von ökologischen und feministischen Ansätzen liegt mir viel. Die Wortmeldungen von LISA in den verschiedenen Debatten der Partei habe ich daher immer als bereichernd empfunden. Sie erweitern auch meinen fachpolitischen Blick auf das Thema Ökologie und sind gute Hilfestellungen in den Debatten rund um den Klimawandel oder auch spezifischen Themen wie der Wohnungs- und Verkehrspolitik. Daran gilt es, weiter anzuknüpfen.
Im Sinne einer sozial-ökologischen Transformation, die ohne feministische Kritik, Intervention und Aktion nicht gelingt, ergeben sich einige Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit von LISA NRW und mir.
Schon aus meiner Zeit als Landessprecher in NRW sind mir viele Gesichter von LISA NRW bekannt und ich habe versucht, die Initiativen der Arbeitsgemeinschaft im Landesvorstand nach Kräften zu unterstützen. An gemeinsamen Veranstaltungen und Aktionen bin ich sehr interessiert. Zum Beispiel, indem wir die feministischen Aspekte in die Bewegung tragen, unter anderem bei Blockupy oder beim Klimacamp im Rheinischen Braunkohlerevier im Rahmen von „Ende Gelände“. Über eingreifende Kritik in ökologische Debatten von Seiten der Frauenstrukturen würde ich mich natürlich ebenfalls freuen, etwa bei PLAN B, dem roten Projekt für einen sozial-ökologischen Umbau unserer Bundestagsfraktion. ,

Ein Kernanliegen von mir ist ohnehin die Zusammenführung verschiedener gesellschaftlicher Kämpfe. Das ist nicht einfach, da die Zusammenhänge auf den ersten Blick nicht immer deutlich sind. Aber aus meiner Sicht kann der Kampf gegen ökonomische Ausbeutung, Naturausbeutung und geschlechterspezifische Unterdrückung nur gemeinsam gelingen.

Mit solidarischen Grüßen

Hubertus

25. Februar 2017, 22:33 UhrLAG LISA

LISA NRW "LINKE Sozialistische Arbeitsgemeinschaft" fragt:
Für welches Thema kandidierst Du?
Welche feministischen Perspektiven siehst Du darin?
Welche Unterstützung wünschst Du Dir von den Frauenstrukturen der Partei?
Welche Möglichkeit der Zusammenarbeit siehst Du?
Alle Antworten, die bis Donnerstag vorliegen, kommen mit in eine Auswertung beim Frauenplenum.
Solidarische Grüße LISA NRW

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