Inzwischen pfeifen es die Spatzen von den Dächern, was zahlreiche Initiativen bereits lange vor Einführung des im VRR-Bereich als „Sozialticket“ angepriesenen Monatstickets vorhergesagt hatten: das seit dem 1.11.2011 zu einem Preis von 29,90 € eingeführte sog. „Sozialticket“ erweist sich inzwischen als „Flop“, weil es etwa doppelt so teuer ist wie der im Hartz IV-Regelsatz dafür vorgesehene Anteil und deshalb für den anspruchsberechtigten Personenkreis nicht bezahlbar ist. So berichtete die WAZ in ihrer Ausgabe vom 25.01.2012, dass in den Monaten November und Dezember 2011 lediglich insgesamt 66.000 Tickets (bei ca. 1,1 Mio. Anspruchsberechtigten) im VRR verkauft wurden. In einigen Großstädten wie Duisburg liegt die Zahl bei lediglich 3.382 verkauften Tickets unter 4 %.
„Wir haben von Anfang an gefordert, dass ein echtes Sozialticket nicht mehr als 15 € kosten darf, um den von Armut betroffenen Menschen in NRW die Ihnen grundgesetzlich garantierte soziale und kulturelle Teilhabe zu ermöglichen,“ erklärt Katharina Schwabedissen, Landessprecherin DIE LINKE. NRW. „Es ist geradezu eine Unverschämtheit, wenn milliardenschwere Rettungspakate für die Banken inzwischen zur politischen Selbstverständlichkeit in Deutschland gehören, während den Ärmsten der Armen durch überteuerte Preise selbst ein Mindestmaß an Lebensqualität verweigert wird.“
Jürgen Aust, sozialpolitischer Sprecher DIE LINKE. NRW fügt hinzu: „Wir werden in der Auseinandersetzung um den Landeshaushalt 2012 die Forderung nach einem echten Sozialticket in NRW zu einem Schwerpunkt machen. Weil der bisherige Landeszuschuss von 30 Mio. € hinten und vorne nicht reicht, bieten die Verkehrsverbünde ihre sog. Sozialtickets wegen nicht gedeckter Kosten zu einem völlig überteuerten Preis an. Wir werden uns deshalb für einen Landesanteil von mindestens 100 Mio. € stark machen, so dass die Landesregierung dann zeigen kann, ob sie es mit ihrem sozialen Bekenntnis ernst meint oder ob ihr die Reichen dieses Landes mehr am Herzen liegen.“