Dass der vorgelegte Programmentwurf noch keine sozialistisch feministische Grundlegung enthält, war der Tenor der Tagung in Berlin am Wochenende. Beschlossen wurde ein bundesweites Projekt zur Bekämpfung von Frauenarmut.
Die Frauen aus NRW und 5 weiteren Bundesländern machten im Gespräch deutlich, dass schon im Vorfeld eines solchen Entwurfes Mitarbeit von LISA-Frauen notwendig gewesen wäre.
Insbesondere der Blick aus der Sicht von Frauen in prekärer Situation wurde vermisst.
Mehrfach belastet ist die Situation von Migrantinnen, Alleinerziehenden und Menschen mit ausgrenzenden Lebenssituationen. Körperlichkeit, Frauenarmut und Altersarmut erscheinen als Tabuthemen, die empathisch ins Programm aufgenommen werden sollen. Hier fällt der vorliegende Entwurf hinter bereits Beschlossenes zurück.
Dass Frauen aus den meisten Bundesländern fehlten, lag nicht nur an den für die LINKE unglücklich ausgegangenen Wahlen. Der Anspruch einer sozialistisch feministischen Partei bedarf der realistischen Umsetzung und Unterstützung auf allen Parteiebenen.
Eine Gesprächsoffensive mit dem Parteivorstand zur Überarbeitung des Programmentwurfs von BundesLISAfrauen wurde geplant.
Konkreter wurde der NRW-Vorschlag - ein Kreativ-Workshop LINKE Frauen gegen Frauenarmut - in die Planung der nächsten Bundesfrauenkonferenz Ende September aufgenommen. Hier können schon einmal Termine genannt werden: Auftaktveranstaltung am Wochenende des Frauenplenums zum Bundesparteitag
23. bis 25. September 2011, 8. März landesweite Aktion, Hauptveranstaltung am 12. 5. 2012.