Zum Antrag „Transparenz und Öffentlichkeit“ der Linksfraktion zur nächsten Ratssitzung erklärt Michael Faber, Vorsitzender der Fraktion:
Insbesondere vor dem Hintergrund der Abgründe beim WCCB hat sich ein Klima des Misstrauens zwischen großen Teilen der Kommunalpolitik, der Öffentlichkeit und der Verwaltung entwickelt. Jüngst gipfelte dies in der Herausgabe des vertraulichen Rechnungsprüfungsberichtes an die Medien durch ein Ratsmitglied.
Die Linksfraktion im Rat greift diese Angelegenheit zur nächsten Ratssitzung auf. Zielsetzung des beigefügten Antrages ist zunächst, den Willen des Rates zu größtmöglicher Transparenz in der politischen Praxis hervorzuheben und zu bekräftigen. Das soll durch die Änderung der Geschäftsordnung des Rates auch konkrete Folgen haben. Hier soll nach Willen der Linksfraktion eine Regelung entfallen, die für bestimmte Vorlagentypen grundsätzlich eine nicht-öffentliche Behandlung vorsieht. Anstelle einer solchen Positivliste soll jeweils im Einzelfall die Nicht-Öffentlichkeit in einer Sonderrubrik begründet werden. Ein Automatismus für eine vertrauliche Behandlung würde es dann nicht mehr geben.
Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass Öffentlichkeit und Transparenz die Regel, Vertraulichkeit hingegen die rechtfertigungsbedürftige Ausnahme ist. Die Linksfraktion fühlt sich in der politischen Praxis einem Höchstmaß an Transparenz und Öffentlichkeit verpflichtet. Grenzen sollen nur dort gezogen werden, wo dies ein gesetzliches Gebot oder der Persönlichkeitsschutz zwingend erfordern. Diese Herangehensweise ist gerade vor dem Hintergrund des WCCB-Desasters geboten. Öffentlichkeit und Transparenz wirken schließlich nicht nur Fehlentscheidungen vor. Sie sind auch ein geeignetes Mittel gegen die sich abzeichnende Kultur des Misstrauens in Politik und Verwaltung.
Hierzu habe ich jüngst auch Oberbürgermeister und Fraktionsspitzen angeschrieben und zum Dialog über den Stil und das Miteinander in der Bonner Kommunalpolitik aufgefordert. Der Antrag der Linksfraktion zur Stärkung von Öffentlichkeit und Transparenz in der politischen Praxis, ist hierzu hoffentlich ein Auftakt.