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MdB, Sevim Dagdelen

Afghanistan-Zapfenstreich absagen und Kriegsverbrechen von NATO-Staaten aufklären

„Der Große Zapfenstreich am 14. Oktober vor dem Reichstag in Berlin gehört abgesagt. Eine Würdigung des Afghanistan-Desasters ist das völlig falsche politische Signal. Statt den katastrophalen Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr im Verbund mit der NATO zu würdigen, müssen die Kriegsverbrechen von NATO-Staaten in Afghanistan und das Versagen der Bundesregierung im Zuge des Truppenabzuges aufgeklärt werden“, erklärt Sevim Dagdelen, Außenpolitikerin und Obfrau der Fraktion DIE LINKE im Auswärtigen Ausschuss. Dagdelen weiter:

„DIE LINKE hat den Afghanistan-Krieg von Anfang an kritisiert und gegen die Beteiligung deutscher Soldaten gestimmt. Der 20 Jahre dauernde NATO-Krieg unter Führung der USA war ein furchtbarer Fehler und endete mit einer kompletten Niederlage des Westens. Die vorgegebenen Ziele wurden allesamt verfehlt. Es gibt keinerlei Grund, die Beteiligung der Bundeswehr an diesem Krieg mit Hunderttausenden Toten und Verletzten politisch zu würdigen. Dringend notwendig ist jetzt eine ehrliche Debatte über das komplette Scheitern in Afghanistan, die jahrelange Kooperation mit Warlords und das Wiedererstarken der Taliban, die heute nach dem Sieg über die NATO die am besten bewaffnete islamistische Miliz der Welt ist. Die einzig richtige Lehre aus dem Scheitern der desaströsen Regime-Change-Politik ist die Beendigung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr, allen voran in Mali im Westen Afrikas.

Es ist zynisch und eine Verhöhnung der Opfer, wenn heute deutsche Soldaten der Fregatte ,Bayern' dem Taliban-Helfer Pakistan in Karatschi in Paradeuniform einen Ehrenbesuch abstatten und im Oktober mit Fackelzug und Marschmusik der 59 deutschen Soldatinnen und Soldaten erinnert wird, die in dem sinnlosen Afghanistan-Krieg gestorben sind.“