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Symbolbild vom Tagebaus Hambach.

DIE LINKE NRW

Keine Rechtsmittel gegen Urteil zur Räumung des Hambacher Waldes

Auf Antrag von DIE LINKE beschließt Rat der Stadt Kerpen, dass keine Rechtsmittel gegen das Urteil zur Räumung des Hambacher Waldes eingelegt werden. Der vorsorglich beim OVG NRW eingereichte Antrag auf Zulassung der Berufung muss zurückgenommen werden.

Im verwaltungsgerichtlichen Rechtsstreit um die auf Anweisung der Landesregierung NRW erfolgte Räumung und den Abriss von Baumhäusern im Hambacher Wald im Jahr 2018 ist gestern eine wichtige Entscheidung gefallen: Der Rat der Stadt Kerpen hat in seiner Sitzung am gestrigen Dienstagabend mehrheitlich beschlossen, den Bürgermeister der Stadt Kerpen, Herr Spürck (CDU), anzuweisen, gegen das am 8. September 2021 verkündete Urteil des Verwaltungsgerichts Köln Az 23 K 7046/18 keine Rechtsmittel einzulegen. In dem Urteil war festgestellt worden, dass die Räumung und der Abriss der Baumhäuser ab dem 13. September 2018 im Hambacher Wald rechtswidrig war. Das Gericht war nach ausführlicher Prüfung auch von internen Dokumenten des zuständigen Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung NRW, das die Stadt Kerpen zur Räumung angewiesen hatte, zu dem Ergebnis gekommen, dass der als Begründung der Räumung der Baumhäuser angegebene Brandschutz nur vorgeschoben gewesen sei.

Da das Urteil des VG Köln juristisch gut begründet war, hat die Fraktion DIE LINKE. im Rat der Stadt Kerpen beantragt, dass die Stadt gegen das Urteil keine Rechtsmittel einlegen soll. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss des Rates (HFA) am 5.10.21 wurde der Antrag jedoch mit einer Stimme Mehrheit abgelehnt und im Wege einer Eil-Entscheidung nach § 60 Gemeindeordnung NRW beschlossen, dass vorsorglich aus Gründen der Fristwahrung ein Antrag auf Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht (OVG) NRW gestellt. Die Stimme der AfD gab dabei den Ausschlag. Dementsprechend hatte die Stadt beim OVG einen entsprechenden Antrag gestellt.

In der gestrigen Ratssitzung (26.10.21) in Kerpen kam die große Kehrtwende: Der Antrag der Fraktion von DIE LINKE fand mehrheitlich Zustimmung und es wurde beschlossen, die vorsorglich eingelegte Berufung wieder zurückzunehmen. Der Beschluss wurde auf Antrag der Fraktion DIE LINKE. im Rat Kerpen gefasst; der Antrag wurde mit den Stimmen von LINKE, SPD und Grünen sowie eines Einzelmandatsträgers der UWG bei Enthaltung der FDP gegen die Stimmen von CDU, AfD und BBK (Bürgerbündnis Kerpen) angenommen. Der Bürgermeister der Stadt Kerpen, Herr Spürck, ist nunmehr verpflichtet, den gestrigen Beschluss zu umzusetzen und die beim OVG NRW beantragte Zulassung der Berufung gegen das Urteil des VG Köln vom 08.09.21 (Az 23 K 7046/18) zurückzunehmen. Damit wird das Urteil des VG Köln rechtskräftig. Damit steht zugleich fest, dass die Räumung des Hambacher Waldes auf Anweisung der Landesregierung NRW (Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung) rechtswidrig war. Die Ratsunterlagen mit den Beschlussvorlagen in der Angelegenheit gibt es online: https://sdnetrim.kdvz-frechen.de/rim4770/vorgang/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZYsps28IxowBSsfPe5ohCaY.

„Für uns, DIE LINKE. im Rat Kerpen und im Rheinischen Revier, ist das ein großartiger kommunalpolitischer Erfolg. Wir bedanken uns bei den kommunalpolitischen Mitstreitern im Rat Kerpen, die unserem Antrag zum Erfolg verholfen haben,“ erklären Annetta Ristow, die Fraktionsvorsitzende der Linken im Rat Kerpen, und Hans Decruppe, Stellvertretender Landessprecher von DIE LINKE NRW und Fraktionsvorsitzender von DIE LINKE im Kreistag des Rhein-Erft-Kreises, in dem auch der Hambacher Wald liegt. „Mit dem Ende des Rechtsstreits findet ein politisch höchst dubioser Vorgang, unter fadenscheinigen Gründen des Brandschutzes die Baumhäuser im Hambacher Forst räumen und abreißen zu lassen, sein juristisches Ende entgegen. Dieser Ausgang ist eine herbe Niederlage für die CDU/FDP-Landesregierung NRW und den vor zwei Tagen aus dem Amt des Ministerpräsidenten geschiedenen Armin Laschet. Für die Umweltbewegung und unser Engagement für einen schnellen Ausstieg aus der Braunkohle ist es dagegen höchst erfreulich.“