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Das Foto zeigt einen Schreiner bei der Arbeit.

DIE LINKE NRW

Corona verschlechtert die berufliche Perspektive junger Menschen

Der heute (30. November) vorgestellte Ausbildungsreport des DGB Bezirks Nordrhein-Westfalen zeigt deutlich: Die Corona-Pandemie hat die beruflichen Perspektiven junger Menschen massiv verschlechtert. Das Angebot der beruflichen Ausbildungsplätze geht weiter zurück. Noch immer stehen 22.000 Ausbildungsplatzsuchenden nur 11.000 offene Stellen gegenüber. Bereits vor Corona hatte sich nur noch knapp jedes fünfte Unternehmen an der dualen Berufsausbildung beteiligt. Der DGB geht davon aus, dass sich diese Tendenz unter Pandemiebedingungen weiter verfestigen wird, weil sich viele Unternehmen dauerhaft aus der Berufsausbildung verabschieden könnten. Hinzu kommt, dass die Bewerberzahlen im Vergleich zur demographischen Entwicklung überproportional rückläufig sind. Unter den Bedingungen des Lockdowns haben Vermittlungsverfahren zu wenig stattgefunden. Junge Menschen konnten so weniger eine berufliche Perspektive entwickeln. Aus Sicht des DGB ist nicht klar, wo diese Schüler*innen aus den Abgangsklassen geblieben sind. Es besteht die Gefahr, dass viele in den Warteschleifen der Berufskollegs landen oder in Maßnahmen des Übergangssystems wechseln.

Vor diesem Hintergrund fordert Jules El-Khatib, stellvertretender Landessprecher von DIE LINKE NRW: „Diese Entwicklung wird zu einem dramatischen Anstieg junger Menschen ohne berufliche Qualifikation führen. Bereits jetzt kann jeder fünfte Erwachsene im Alter zwischen 20 und 34 Jahren keinen Berufsabschluss vorweisen. Damit liegt NRW deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Ein dramatischer Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit ist absehbar. Wir brauchen einen Ausbildungsgipfel, um die duale Berufsausbildung zu retten. Darüber hinaus muss sich die Landesregierung endlich dafür stark machen, dass eine Ausbildungsplatzumlage kommt – wer nicht ausbildet, soll zahlen.“

Kira Sawilla, jugendpolitische Sprecherin von DIE LINKE NRW, ergänzt, dass es aufgrund der vorgetragenen Zahlen dringend eine Konzentration auf die Stärkung der dualen Berufsausbildung brauche: „Die Zahlen im Ausbildungsreport müssen Politik und Unternehmen wachrütteln. Corona hat nicht nur gezeigt, wie wichtig systemrelevante Berufe in der Krise sind, sondern auch, dass wir einen Fachkräftemangel in vielen Bereichen der Arbeitswelt haben. Wir benötigen nicht nur ausreichend Intensivbetten, sondern auch das Personal dafür. Die fehlenden Ausbildungsplätze sind der sichere Weg in eine weitere Verfestigung des Fachkräftemangels."