Linke NRW protestiert gegen Stellenabbau bei Ford Köln
„Ford lässt hier ein ganzes Werk ausbluten, obwohl die Belegschaft längst gezeigt hat, was Solidarität und Arbeitskampf erreichen können. Die Beschäftigten wurden geschützt, die Einschnitte waren über den Sozialtarifvertrag geregelt. Was Ford jetzt macht, ist Profitmaximierung auf dem Rücken jener, die den Standort überhaupt am Leben halten.“
So reagiert Nils Böhlke, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Linken NRW, auf die jüngsten Ankündigungen zum erneuten Stellenabbau bei Ford Köln.
Auch die Belegschaft leidet laut der Linken unter dem Kurs des Konzerns. Lea Reisner, Kölner Bundestagsabgeordnete, ergänzt: „Menschen verlieren nicht nur Jobs, sondern Vertrauen. Wenn mitten im Prozess widersprüchliche Zahlen kommuniziert und immer neue Gerüchte gestreut werden, dann ist das kein Management – das ist Kalkül.“
Für die Linke NRW ist klar: Das Zurückfahren der Kapazitäten trifft nicht nur die Ford-Familie, sondern die gesamte Industrieregion im Rheinland. Weniger Produktion bedeutet weniger Aufträge für Zulieferer, weniger Nachfrage, weniger Beschäftigung – eine Kettenreaktion, die eine ganze Wirtschaft schwächt.
Böhlke verortet die politische Verantwortung bei der Bundesregierung: „Gleichzeitig wird von denselben Kräften gepredigt, alle müssten länger arbeiten und ‘Leistungsdebatten’ über 12-Stunden-Tage und Rentenkürzungen geführt. Dabei wurde die ökologische und technologische Neuausrichtung des Automarkts verschleppt – und jetzt werden Menschen entlassen, die arbeiten wollen. Das ist zynisch.“
Was es jetzt braucht, sei endlich eine aktive Industriepolitik: „Aber nicht für Panzer und Kriegsspielzeug, sondern für Güter, die Menschen das Leben besser machen – für Busse, Bahnen, Windräder, Gesundheit, bezahlbare Städte. Für Jobs, die bleiben.“
