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neszeri / DIE_LINKE_NRW
Das Bild zeigt die Europaabgeordnete Özlem Alev Demirel von der Partei die Linke NRW auf dem Landesparteitag 2019. Sie reist Mitte Dezember mit Delegation der EP-Linksfraktion GUE/NGL an die kroatisch-bosnische Grenze.

Die LINKE NRW

NRW-Europaabgeordnete reist nach Bihac

Anlässlich der katastrophalen Lage an der bosnisch-kroatischen Grenze nahe der Stadt Bihac besucht die Düsseldorfer EU-Abgeordnete, Özlem Alev Demirel, am Mittwoch (11.12.) gemeinsam mit einer Delegation der EP-Linksfraktion GUE/NGL die dortigen Lager der Geflüchteten. Die Abgeordnete aus dem Landesverband NRW der Partei DIE LINKE will sich ein genaueres Bild von der Situation machen, Gespräche suchen und direkt Hilfe leisten. Freiwillige Helfer*innen aus anderen Staaten wurden von den nationalen Behörden aus den Camps verwiesen, so dass nur mehr das örtliche Rote Kreuz und lokale Freiwillige anwesend sind.

Özlem Alev Demirel erklärt: „Es ist kaum mitanzusehen, wenn Menschen an der Grenze der EU wie Dreck behandelt werden. Und doch häufen sich diese Fälle von Monat zu Monat. Die Spitzen der EU kümmert die Lage offensichtlich wenig. Sie lassen die Situation bewusst eskalieren anstatt Sofortmaßnahmen zu ergreifen. Wir fordern, die kroatisch-bosnische Grenze unverzüglich für diese Menschen zu öffnen, legale Fluchtwege zu einzurichten und den Menschen reguläre Asylverfahren zu ermöglichen. Wir werden die Zeit vor Ort nutzen, um sowohl den politischen Druck bei den Verantwortlichen zu erhöhen, aber auch Gespräche mit NGOs, ehrenamtlichen Helfer*innen und Geflüchteten führen. Allen, die dort akute Hilfe leisten, gehört unsere Hochachtung und unser größter Dank - egal ob im Mittelmeer oder an den EU-Außengrenzen: Sie sind die wahren Retter*innen der so genannten europäischen Werte."

Hintergrund: Das Lager Vucjak ist auf einer Mülldeponie errichtet worden und fasst nunmehr rund 1.000 Geflüchtete, meist junge Männer, die in Zelten der Kälte trotzen müssen. Die Versorgung mit Medikamenten und Nahrung ist katastrophal, doch sehen sich weder Kroatien noch die EU imstande, Bosnien bei der Bewältigung dieser humanitären Katastrophe zu entlasten. Dienstagmittag (10.12.) sollen laut Medienberichten erste Autobusse zu dem Lager zehn Kilometer außerhalb der nordwestbosnischen Stadt Bihac gefahren sein. Angeblich sollen die Bewohner des Lagers in den kommenden drei Tagen in eine ehemalige Kaserne bei Sarajevo gebracht werden. Journalist*innen und Kamerateams werden von der Polizei seit Dienstag nicht mehr zu dem Lager vorgelassen. Bürgerrechtler*innen schätzen, dass 2018 rund 10.000 Geflüchtete illegal nach Bosnien zurückgeschoben worden sind ("Push-Backs"). Die Delegation der EP-Linksfraktion möchte Hilfe vor Ort leisten und trifft sich dazu mit den wenigen verbliebenen und geduldeten Helfer*innen. Die Delegation ist am Mittwoch (11. Dezember) aufgebrochen und soll am Samstag (14. Dezember) zurückkehren.