Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

DIE LINKE NRW

„Schulen auf um jeden Preis“ ist verantwortungslos

NRW-Schulministerin Gebauer (FDP) hat die Devise schon lange vorweggenommen – ebenso wie NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) in seiner Neujahransprache: „Am Montag (10. Januar 2022) starten die Schulen NRW im Präsenzunterricht. Die Schulen bleiben auf“. Damit schafft die Landes-Schulministerin wieder einmal vorschnell Fakten, nimmt ihre Schlussfolgerungen aus dem Beratungsergebnis der erst heute (5. Januar 2022) tagenden Kultusminister vorweg und missachtet die Befürchtungen von Schüler:innen, Eltern und Lehrer:innen, die Omikron mit Wucht auf die Schulen zurollen sehen.

„Das Signal der Landesregierung ist völlig falsch, statt ergebnisoffen zu diskutieren, was denjenigen hilft, die in Schulen lernen und lehren wird, die Öffnung um jeden Preis durchgesetzt“, erklärt der Landessprecher von DIE LINKE NRW, Jules El-Khatib, zum Appell Gebauers an Eltern, sich selbst und ihre Kinder vor Schulbeginn zuhause zu testen. Verbunden mit der Ansage, die Schulen blieben auf und man werde für Tests am Montag in den Schulen sorgen, verkennt Ministerin Gebauer wieder einmal komplett den Ernst der Lage, so El-Khatib.

Die Schulpolitische Sprecherin von DIE LINKE NRW, Dr. Carolin Butterwegge, wertet den Ausschluss von Wechsel- und Distanzunterricht zum jetzigen Zeitpunkt als „nicht nachvollziehbar“. Zwar spricht sich auch DIE LINKE für die Beibehaltung des Präsenzbetriebs an Schulen aus, aber nicht um jeden Preis. „Bei absehbar in die Höhe schnellenden Infektionszahlen müssen die Schulen volle Entscheidungsbefugnis haben, ob sie zum Beispiel kleinere feste Lerngruppen (im Wechselunterricht) bilden, Stundenpläne außer Kraft setzen und Lernstoff sowie Notendruck rausnehmen. Oder ob sie aufgrund ausufernder Quarantäneauflagen in den Distanzunterricht für alle gehen“, fordert Butterwegge und weiter: „Das Letzte, was Schulen jetzt brauchen, ist ein Verbot, vom Präsenzunterricht abzuweichen wie im vergangenen Jahr. Hätte Frau Gebauer wenigstens einen Teil ihrer Hausaufgaben in den zwei zurückliegenden Pandemie-Jahren gemacht, gäbe es bereits mehr Lehrpersonal an Schulen, das auch kleinere, konstante Lerngruppen oder Projektunterricht an außerschulischen Lernorten ermöglicht. Aber auch von flächendeckenden Luftfilteranlagen in Klassenräumen oder einem funktionierenden Hybrid-Unterricht an allen Schulen ist NRW Lichtjahre entfernt.“

Die Bildungsbenachteiligung aufgrund der sozialen Herkunft sei schon vor Corona das Kardinalproblem unseres selektiven Schulsystems gewesen, so Butterwegge: „Mit Schulschließungen, Distanz- und Wechselunterricht haben sich die Bildungschancen gerade für Schüler:innen aus benachteiligten Elternhäusern noch einmal massiv verschlechtert. Für sie sind offene Schulen im Ganztag immens wichtig. Ist ein Präsenzunterricht in vollen Klassen aber zu risikoreich, müssen durch Pädagog:innen angeleitete Angebote zur Notbetreuung in Schulen unbedingt ausgeweitet werden“, fordert Butterwegge.