BVB unter neuer Präsidentschaft – Sportliche Werte dürfen nicht für Rüstungswerbung instrumentalisiert werden

Die Linke NRW

Mit der gestrigen Wahl von Hans-Joachim Watzke zum Präsidenten des BVB steht die Borussia Dortmund erneut im Fokus gesellschaftlicher Debatten. Watzke, der den umstrittenen Werbedeal mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall maßgeblich initiiert hat, wurde mit 59 Prozent der Stimmen knapp gewählt – ein Ergebnis, das die tiefe Spaltung zwischen Vereinsführung und Fans deutlich macht.

„Fußball ist ein Ort des Zusammenhalts, der Freude und der Solidarität. Die Integration eines Unternehmens, das in der Herstellung von Waffen und militärischer Technologie tätig ist, stellt eine zutiefst problematische Verbindung dar. Krieg und Fußball stehen diametral entgegen – während Fußball Menschen zusammenbringt, zerstört Krieg Leben und Gesellschaften“, erklärt Manuela Cengiz Bechert, sportpolitische Sprecherin der Partei Die Linke und Mitglied des Landesvorstands.

Bereits seit Bekanntwerden des Deals haben Fans ihre Ablehnung deutlich signalisiert. Zahlreiche Protestaktionen im Stadion, in der Stadt und auf Social Media haben gezeigt, dass die treuen Anhänger*innen das Engagement von Rheinmetall als unvereinbar mit den Grundwerten des Vereins betrachten. Besonders symbolträchtig war die Aktion während der Wahlversammlung, als Menschen um einen großen Papp-Panzer zusammenkamen, um ihren Protest sichtbar zu machen.

Die Kritik betrifft nicht nur die moralische Dimension, sondern auch die gesellschaftspolitische Verantwortung von Sportvereinen. Fußballvereine sind öffentliche Akteure mit gesellschaftlicher Wirkung: Sie prägen die Jugend, setzen kulturelle Zeichen und stehen in engem Austausch mit Millionen von Fans. Ein Sponsoring durch Rüstungskonzerne sendet hier ein fatales Signal: Es normalisiert Gewalt, Kriegstechnologie und die Kommerzialisierung militärischer Macht in Bereichen, die für friedliche Gemeinschaft stehen sollten.

Zudem wirft der Deal die Frage auf, wie weit finanzielle Interessen über ethische Verantwortung gestellt werden dürfen. Sportvereine stehen zweifellos unter ökonomischem Druck, aber die Aufnahme eines Rüstungsunternehmens als Partner überschreitet eine moralische Grenze. Wer Sport als Ort der Integration, der sozialen Verantwortung und der Wertevermittlung versteht, muss kritisch hinterfragen, ob Sponsoring in diesem Fall mit den eigenen Leitlinien vereinbar ist.

Die Linke fordert deshalb nicht nur den sofortigen Rücktritt von Watzke, sondern auch eine grundsätzliche politische Regelung: „Es braucht ein generelles Werbeverbot für Rüstungskonzerne in Sportstätten. Sport darf nicht zu einem Vehikel für die Imagepflege von Kriegstreibern und Waffenproduzenten werden. Die Integrität des Sports muss geschützt werden“, so Cengiz Bechert.

Darüber hinaus wird die Linke den Protest der Fans weiterhin solidarisch unterstützen. Die gesellschaftliche Debatte zeigt: Sportvereine tragen Verantwortung über den reinen Spielbetrieb hinaus. Sie prägen die Wertehaltung einer breiten Öffentlichkeit, insbesondere von jungen Menschen. Werbung für Waffenindustrie untergräbt diese Verantwortung, indem sie die Distanz zwischen Sport und Krieg verwischt und legitime ethische Bedenken der Fans ignoriert.

Abschließend betont Cengiz Bechert: „Fußball und die damit verbundene Fankultur stehen für Gemeinschaft, Zusammenhalt und Solidarität. Jede Handlung, die diese Werte infrage stellt, ist ein Angriff auf die Integrität des Sports selbst. Wir werden uns weiterhin klar und unmissverständlich gegen die Instrumentalisierung des Fußballs für Rüstungsinteressen positionieren.“