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Die LINKE NRW

Corona-Pandemie: Mehr häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder befürchtet

Zuhause bleiben – so lautet das Gebot der Stunde. Für viele Familien eine große Herausforderung, aber für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder mehr als das. Opferverbände befürchten einen Anstieg der häuslichen Gewalt gegen Frauen und Kinder und warnen: Die ohnehin unterfinanzierten und mangelhaft ausgestatteten Frauenhäuser werden in absehbarer Zeit an ihre Grenzen kommen. DIE LINKE in NRW schließt sich daher den Forderungen der Zentralen Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser (ZIF) an, damit ihre Einrichtungen von Gewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern weiterhin Schutz anbieten können.

Nina Eumann, frauenpolitische Sprecherin erklärt dazu: „Dem Opferschutz muss in Zeiten von Corona mehr denn je Rechnung getragen werden. Dass es zu wenige Frauenhäuser gibt und diese viel zu oft schlecht ausgestattet sind, wird jetzt zu einem massiven Problem. Da braucht es sofort eine unkomplizierte Regelung. Um dem Platzmangel entgegen zu wirken, sollten Kommunen deshalb von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen und Kindern Übernachtungen in Hotels ganz unbürokratisch finanzieren. Kurzfristig muss die telefonische Erreichbarkeit der Frauenhäuser finanziell unterstützt werden."

Sonja Neuhaus, Mitglied im Landesvorstand, weiter: „Auch Nachbar*innen können eine große Hilfe sein. Und sie sollten nicht zögern, Menschen, die von Gewalt betroffen sind, ihre Unterstützung anzubieten und sei es, wenn sie 'nur' die Telefonnummer einer Beratungsstelle heraussuchen und weitergeben.“

Eine Liste mit Ansprechpartner*innen der örtlichen Beratungsstellen: HIER KLICKEN! 

Unter der Nummer 08000 116 016 unterstützt das Hilfetelefon von Gewalt Betroffene aller Nationalitäten, mit und ohne Behinderung – 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. Auch Angehörige, Freund*innen, Nachbar*innen sowie Fachkräfte werden anonym und kostenfrei beraten. Zum Angebot im Netz: HIER KLICKEN!

Die Forderungen der ZIF im Wortlaut:
„1. Eine unkomplizierte Aufnahme von gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern ermöglichen und diesen z.B. in einem Hotel finanzieren, wenn Aufnahme-Anfragen steigen oder ein Frauenhaus unter Quarantäne gestellt wird.

2. Zur Vermeidung persönlicher Kontakte sollen Beratungen möglichst am Telefon durchgeführt werden. Die Finanzierung niedrigschwelliger, professioneller und telefonischer Übersetzungsdienste kann Beratung für alle Frauen ermöglichen.

3. Die erhöhten telefonischen Anfragen hilfesuchender Frauen sollten durch die Finanzierung eines Ausbaus der telefonischen Erreichbarkeit der Frauenhäuser aufgefangen werden.

Wir wünschen uns eine schnelle, unbürokratische und bundesweite Lösung, um den Gewaltschutz flächendeckend zu sichern. Neben den von uns genannten Lösungsmöglichkeiten muss mit jedem Frauenhaus vor Ort über individuelle und schnell wirksame Maßnahmen beraten werden."