Linke NRW: Windkraftausbau muss Vorrang vor Militarisierung haben!

Die Bundeswehr hat von der Öffentlichkeit unbemerkt in NRW zwei weitere Tiefflugzonen reaktiviert, in denen Kampfjets zu Übungszwecken 76 Meter tief fliegen dürfen. "LFA 2" erstreckt sich an der niederländischen Grenze etwa von Gronau bis nach Wesel, "LFA 3" von Höxter über Winterberg nach Olpe. Fast gleichzeitig hat die Landesregierung für große Teile dieser beiden Regionen im vergangenen Jahr sogenannte Windkraft-Vorranggebiete beschlossen.

Die dort geplanten Windräder sind mehr als 200 Meter hoch. In den Planungsregionen Münster und Detmold liegt die Hälfte der ausgewiesenen Windkraft-Vorranggebiete nun in Tiefflugzonen. In der Planungsregion Arnsberg sind es auf dem Gebiet des Teilplans Märkischer Kreis/Olpe/Siegen rund 46 Prozent.

Dazu erklärt die klimapolitische Sprecherin der Partei Die Linke NRW, Edith Bartelmus-Scholich: „Ohne die ausgewiesenen Windkraft-Vorranggebiete kann das Land NRW weder die Energiewende noch seine klimapolitischen Ziele erreichen. Der zügige Ausbau der Windkraft und der rasche Ausstieg aus den fossilen Energien darf nicht gefährdet werden. Schon vor der Ausweisung dieser beiden zusätzlichen Tiefflugzonen konnten in NRW einige hundert Megawatt an Windenergie wegen Bundeswehrinteressen nicht realisiert werden. Meist ging es dabei um Hubschraubertiefflüge. Die beiden Tiefflugzonen für Kampfjets in den Windkraft-Vorranggebieten verunmöglichen die Energiewende in NRW. Wir erwarten von der grünen Energieministerin Mona Neubaur, dass sie gegen diese Fehlentscheidung vorgeht! Jets, Panzer und Kasernen zählen zu den größten CO₂-Verursachern der Welt. Allein deswegen brauchen wir nicht mehr, sondern weniger Tiefflüge der Bundeswehr. Die Linke NRW steht für ein Land, in dem bezahlbare, saubere Energie für die Menschen und die Wirtschaft Vorrang vor täglichen Übungen für den Krieg hat.“