Tschernobyl mahnt: Kein Roll Back - sondern raus der Atomwirtschaft!

Anlässlich des 40. Jahrestages des Beginns der Atomkatastrophe in Tschernobyl erklärt Hubertus Zdebel, atompolitischer Sprecher der Linken in NRW: „Am 26. April 2026 jährt sich zum vierzigsten Mal die Atomkatastrophe von Tschernobyl, dem bis dahin größten Unfall in der Geschichte der zivilen Atomkraft.

Durch den Super-GAU wurde ein riesiges Gebiet radioaktiv verseucht, tausende Menschen wurden dem Tod geweiht, tausende wurden krank. Vierzig Jahre nach Beginn der Katastrophe müssen immer noch die Folgen bewältigt werden. Die hoch verstrahlten Gebiete rund um das Kraftwerk sind nach wie vor unbewohnbar. Zudem zeigt sich in der Ukraine, wie verwundbar Atomkraftwerke in Kriegszeiten sind und dadurch das Risiko für die Bevölkerung erhöhen.

Tschernobyl ist eine Mahnung, dass die unverantwortliche Nutzung der Atomenergie weltweit Geschichte werden muss.

Aber stattdessen werden die Stimmen -auch in der Bundesregierung- lauter, die sich offen für den Wiedereinstieg in die Atomkraft aussprechen. So fordern das inzwischen auch CDU-Politiker*innen wie Katherina Reiche, Ursula von der Leyen und Jens Spahn.  Sie strecken damit ihre Hände nach rechts außen aus und kopieren ungeniert AfD-Politik.

Dabei ist Atomenergie die gefährlichste, umweltschädlichste und teuerste Form der Energiegewinnung.

Wir Linken fordern: Kein Rollback, sondern Atomausstieg sofort! Nach der Stilllegung der Atomkraftwerke in der Bundesrepublik müssen endlich auch die noch immer laufenden Uranfabriken in Gronau (Anreicherung) und Lingen (Brennelementeherstellung), die maßgeblich zum weltweiten Betrieb von Atomkraftwerken beitragen, schnellstmöglich stillgelegt werden und bis zur endgültigen Stilllegung Exporte von Uran-Kernbrennstoffen an Reaktoren im Ausland verhindert werden. Vor dem Hintergrund der hierzulande in politischen und militärischen Kreisen ganz offen geführten Diskussion über den Bau einer eigenen deutschen oder europäischen Atombombe ist die Uranfabrik in Gronau von besonderer Brisanz. Mit ihrer Zentrifugentechnik könnte sie auch das Material für eine Uran-Atomwaffe produzieren und ist somit der Schlüssel zum deutschen und EU-Griff nach der Atombombe.

Auch die dauerhafte Lagerung des in Deutschland erzeugten Atommülls ist bis heute ungeklärt. Stattdessen werden zur Zeit Castoren mit hochradioaktivem Atommüll für zig Millionen Euro von dem Zwischenlager Jülich ins Zwischenlager Ahaus gefahren. Dessen oberirdische Zwischenlagerung wie in Ahaus bringt angesichts wachsender Terrorgefahren, Naturkatastrophen oder technischem Versagen immer größere Risiken mit sich. Das Durchwursteln von Übergangslösung zu Übergangslösung, gepaart mit unhaltbaren Versprechungen an die örtliche Bevölkerung, muss endlich aufhören.“