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Emissionen der Bundeswehr endlich bei den Klimazielen berücksichtigen

Dr. Fabian Fahl, MdB

Emissionen der Bundeswehr sind nicht Teil der Klimaziele und der Klimaberichterstat-tung Deutschlands. Das heißt, selbst wenn Deutschland 2045 klimaneutral gemäß der eigenen Ziele wird – die Emissionen der Bundeswehr sind damit nicht vollständig einge-rechnet.

Möglich machen das Kyoto-Protokoll und Abkommen von Paris. Dort ist es den Staaten überlassen, ob sie ihre Militäremissionen bei nationalen Zielen berücksichtigen oder nicht. Überraschung – das tut quasi niemand. In Deutschland hat die Bundeswehr zwar das Ziel, zivile Emissionen, also solche aus Fuhrpark und Büros, zu senken. Für 2021 bedeutet das, dass nur ca. 1,7 Millionen Tonnen der auf mindestens 10 Mio geschätzten Gesamtemissionen angegeben wurde.

Durch die dramatisch steigenden Ausgaben für Aufrüstung ist mittlerweile von wesentlich höheren Emissionen auszugehen.  Im Durchschnitt geht man von ca. 0,2g CO2e pro Euro aus. Die Rüstungsindustrie ist jedoch auf jeden Fall weitaus klimaschädlicher als der Durchschnitt. Von dem Leid und den Emissionen, die Krieg selbst bringen, spreche ich hier nicht einmal.

Global werden so 5 bis 6% der Emissionen nicht adressiert und damit verschwiegen. Angeblich wegen Sicherheitsbedenken – aber Militärausgaben und Personalzahl werden öffentlich angegeben. Ein vorgeschobenes Argument also.

Zudem sind Emissionen ebenfalls ein Sicherheitsrisiko, denn der Klimawandel stellt eine Bedrohung dar. Über 16.000 Hitzetote hat dieser Sommer gefordert – nur in Deutschland und nur dieses Jahr. Ernterückgänge, Wasserknappheit und Extremereignisse werden Regionen und Staaten destabilisieren und Fluchtbewegungen und Konflikte auslösen. Das passiert heute schon. Höchste Zeit, umzusteuern!

Für Die Linke im Bundestag habe ich als Sprecher für Klimapolitik daher einen Antrag eingebracht, die Emissionen der Bundeswehr künftig vollumfänglich zu berücksichtigen und die Ausgaben für Rüstung deutlich abzusenken, Rüstungsexporte zu beenden und Rüstungsunternehmen in zivile Produktion zu überführen, außerdem Auslandseinsätze zu beenden und künftig auf Diplomatie und Klimaschutz zu setzen.

Aktuell ist Deutschland nicht von Feinden umzingelt und vereinzelte Drohnen oder Sabotageakten verlieren durch resiliente Infrastruktur ihre Wirkung. Es gibt keinen vernünftigen Grund, statt in die Sicherheit der Bevölkerung jetzt zu investieren, durch beispielswiese Hitzeschutz, Milliarden in Kriegstüchtigkeit zu versenken. Die Regierung scheint sich an den kommenden Verteilungskämpfen um schwindende Ressourcen und Lebensgrundlagen beteiligen zu wollen, statt die schlimmsten Folgen der Umweltkrisen zu bekämpfen und akzeptable Lebensbedingungen überall auf der Welt zu schaffen. Sozialismus oder Barbarei – die Weichen werden gestellt. Höchste Zeit, sich zu organisieren!


  1. ^

    Bundestagsdrucksache 20/1829; umwelt-militaer.org/sgr-emissionen-global/

  2. ^

    Maucorps, A., & Bernier, A. (2025). EU enlargement and climate neutrality: Taking up the twofold challenge of economic and environmental convergence. wiiw Monthly Report, 2025(4), 12–21.

  3. ^

    www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht_Hitzemortalitaet.html

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