Zum Hauptinhalt springen

Stellenabbau bei Arcelor Mittal: Arbeitsplätze über Konzerninteressen

Mirze Edis, MdB

Arcelor Mittal kündigt an, 2027 das Stahl- und Knüppelwalzwerk in Duisburg-Ruhrort zu schließen. Damit bestätigen sich die Befürchtungen des Betriebsrats, der Belegschaft und der IG Metall. Das Drahtwalzwerk bleibt erhalten - dennoch verlieren wir 550 von 830 Arbeitsplätzen an dem Standort. Die Vorprodukte für die Drahtproduktion werden zukünftig von anderen Standorten angeliefert.

 

Wie in der Vergangenheit bei ThyssenKrupp Steel zeigt sich: Es geht Konzernen um als Effizienz getarnte Profitgier und nicht um zukunftsfähige Produktion von grünem Stahl oder den Erhalt von Arbeitsplätzen. 
Arcelor Mittal hat trotz zugesagter 1,3 Milliarden Euro Fördermittel für moderne Anlagen in Bremen und Eisenhüttenstadt die Dekarbonisierung eigener deutscher Standorte vernachlässigt. Während in Spanien, Frankreich und Belgien transformiert wird, bleiben deutsche Werke und die Belegschaft auf der Strecke.

Industriepolitisch ist das ein fatales Versagen - auch von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche. Ihr Ministerium muss endlich eine zukunftsgerichtete Industriepolitik vorlegen, die Arbeitsplätze sichert und unsere Stahlindustrie stärkt. Die Energiepreise müssen sinken und die Nachfrage nach grünem Stahl muss zunehmen; etwa durch Schienenbau aus eigener Produktion.

Am Ende geht es um Existenzgrundlagen ganzer Familien. Die Folgen des großen Verlusts von Arbeitsplätzen sind dramatisch: In strukturschwachen Regionen wie dem Duisburger Norden leiden die Menschen, während wieder mal AfD aus diesen politischen Fehlern Kapital schlägt. Eine antifaschistische und soziale Industriepolitik muss die Interessen der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Mittelpunkt stellen und die Region schützen.
11.000 Jobs bei Thyssenkrupp, 550 bei Arcelor Mittal werden fehlen - Bundes- und Landesregierung müssen endlich handeln und beweisen, dass sie die Interessen der Bürgerinnen und Bürger vertreten, nicht die der Lobbyverbände."
 

Zurück zum Kopf der Seite