Wer Stahlwerke schließt, zerstört Existenzen
"Die angekündigten Schließungspläne bei den Deutschen Edelstahlwerken sind ein alarmierendes Signal für die gesamte deutsche Stahlindustrie. In Hagen und Krefeld drohen Schließungen, während die Stahlproduktion in Siegen pausieren soll. Insgesamt stehen ca. 1000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.
Ein Traditionsunternehmen wie die Deutschen Edelstahlwerke, das mit seiner industriellen Leistung einen wichtigen Beitrag zum Wohlstand und wirtschaftlichen Aufstieg Deutschlands geleistet hat, darf nicht einfach im Stich gelassen werden. Der Mutterkonzern verweist auf einen schrumpfenden Markt, hohe Energiekosten und den wachsenden Druck durch Importe. Die Lösung kann aber nicht sein, unsere Industrie weiter zurückzufahren. Wir müssen endlich dafür sorgen, dass sie eine sichere Zukunft hat.
Doch während Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katharina Reiche die industrielle Krise weitgehend tatenlos hinnehmen, stehen Arbeitsplätze, Familien und ganze Industrieregionen vor einer ungewissen Zukunft.
Weniger Nachfrage und Unsicherheiten auf dem deutschen Automobilmarkt bedeuten nicht, dass weniger Stahl gebraucht wird. Wir brauchen eine Politik, die unsere Industrie stärkt, statt sie dem Markt und den Interessen großer Konzerne zu überlassen. Der Ausbau der Schiene, die Modernisierung unserer Infrastruktur und öffentliche Investitionen können neue Aufträge schaffen und Chancen eröffnen.
Die Bundesregierung muss endlich konsequent handeln und die Industrie langfristig entlasten, anstatt sich weiter nach den Interessen mächtiger Lobbyverbände zu richten. Es braucht eine klare Antwort auf die hohen Energiekosten und den wachsenden Importdruck. Wir brauchen eine nachhaltige Industriepolitik, die Arbeitsplätze und industrielle Wertschöpfung sichert und keine, die den Beschäftigten erklärt, warum ihre Arbeitsplätze angeblich nicht mehr rentabel sind und sie anschließend alleinlässt.
In NRW müssen Ministerpräsident Hendrik Wüst, Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und die betroffenen Oberbürgermeister müssen endlich ihre Pflicht erfüllen. Wer politische Verantwortung übernimmt, darf nicht einfach zuschauen, wenn industrielle Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Zukunft ganzer Regionen zerstört werden. Wenn Konzerne Standorte infrage stellen, reichen warme Worte in Sonntagsreden und Sozialpläne nicht aus. Das Land muss Druck machen und alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Standorte zu erhalten.
Hinter jeder Maschine stehen Menschen, ihre Familien und jahrzehntelange Arbeit. Es geht um Existenzen, gute tarifgebundene Arbeitsplätze und die Zukunft unserer Industriestandorte. Ich fordere die Bundesregierung und die Landesregierung NRW auf, gemeinsam mit den Beschäftigten, den Betriebsräten und der IG Metall konkrete Lösungen für den Erhalt aller Standorte zu entwickeln. Wenn private Eigentümer ihrer Verantwortung nicht gerecht werden, müssen auch öffentliche Beteiligungen und eine Vergesellschaftung als ernsthafte Alternativen geprüft werden.
Schauen Sie nicht tatenlos zu, wie Regionen kaputtgehen und Familien ihre Existenzgrundlage verlieren! Industriepolitik muss Arbeitsplätze sichern, statt den Niedergang unserer Stahlindustrie hinzunehmen. Die Beschäftigten brauchen jetzt konkrete Maßnahmen und verbindliche Zusagen statt leerer Versprechungen. Sie dürfen nicht die Rechnung für Fehlentscheidungen und eine Logik bezahlen, die den Schutz von Arbeitsplätzen dem Profit unterordnet.
Als industriepolitischer Sprecher der Linken im Bundestag sage ich klar: Wir stehen an der Seite der Stahlwerkerinnen und Stahlwerker. Ihre Zukunft darf nicht allein den Profitinteressen und Entscheidungen der Eigentümer überlassen werden.
Niemals alleine – immer gemeinsam!"
