Zukunft des Sprinterwerks sichern – nicht auf dem Rücken der Beschäftigten!
„Die Beschäftigten von Mercedes-Benz in Düsseldorf brauchen keine längeren Arbeitszeiten und weniger Tarifrechte. Sie brauchen eine klare Zukunftsperspektive,“ erklärt Mirze Edis, Mitglied im Wirtschaftsausschuss des Bundestags und industriepolitischer Sprecher der Linksfraktion anlässlich seiner Unterstützung des bundesweiten Aktionstags der IG Metall für die Beschäftigten der Autoindustrie. Edis weiter:
"Das Düsseldorfer Sprinterwerk ist mit rund 5.500 Beschäftigten ein zentraler industrieller Standort für die Region. Dass die Kolleginnen und Kollegen heute gemeinsam mit der IG Metall auf die Straße gehen, ist deshalb ein wichtiges Signal. Bundesweit stehen Beschäftigte von Mercedes-Benz gegen längere Arbeitszeiten, Einschnitte bei tariflichen Leistungen und die zunehmende Unsicherheit über die Zukunft der deutschen Standorte auf.
Ich unterstütze die Kolleginnen und Kollegen ausdrücklich. Die Beschäftigten dürfen nicht für Managemententscheidungen und strukturelle Probleme der Automobilindustrie bezahlen.
Es ist die falsche Antwort, ausgerechnet jetzt die Arbeitszeit auf bis zu 40 Stunden auszuweiten und gleichzeitig tarifliche Leistungen infrage zu stellen. Wer die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie sichern will, muss über Investitionen sprechen: in neue Fahrzeuge, Elektromobilität, moderne Produktionsanlagen, Qualifizierung und sichere Arbeitsplätze.
Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht dadurch, dass Beschäftigte länger arbeiten und am Ende weniger Sicherheit haben.
Als Gewerkschafter und langjähriger Betriebsrat weiß ich: Gute Tarifverträge, Mitbestimmung und sichere Arbeitsplätze sind kein Hindernis für industrielle Stärke. Sie sind ein wichtiger Bestandteil davon.
Mercedes-Benz muss deshalb endlich klare Perspektiven für seine deutschen Standorte schaffen. Für Düsseldorf bedeutet das: Investitionen statt Kürzungen, Zukunftsprodukte statt Standortunsicherheit und gute Arbeit statt Angriff auf Tarifstandards.
Auch die Politik ist gefordert. Wir brauchen eine aktive Industriepolitik, die dafür sorgt, dass Wertschöpfung und gute industrielle Arbeitsplätze in Deutschland erhalten bleiben. Katharina Reiche muss handeln und nicht tatenlos zuschauen. Frau Reiche hat die Arbeitnehmer/innen bisher nicht einmal bei ihren Arbeitskämpfen unterstützt. Dies zeigt genau, wessen Interessen Sie im Bundestag vertritt.
Die Kolleginnen und Kollegen haben lange genug ihren Beitrag geleistet. Jetzt ist das Unternehmen am Zug. Die Beschäftigten sind nicht das Problem – sie sind Teil der Lösung."
