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DIE LINKE. NRW

Dem Sterben im Mittelmeer nicht länger zusehen

Billigend wird mit der Kriminalisierung von privaten Rettungsschiffseinsätzen in Kauf genommen, dass tausende Menschen im Mittelmeer ertrinken.

Christian Leye, Landessprecher von DIE LINKE. NRW traf den Bornheimer Kurt Schiwy, der auf der Seawatch 3 im Einsatz war.

 

Beide stimmten darin überein, dass jeder vor Ort aktiv werden kann, um der wachsenden Gleichgültigkeit in unserer Gesellschaft Einhalt zu gebieten.

Kurt Schiwy berichtet: “Es bleibt eine Verpflichtung eines jeden, in Not geratenen Menschen zu helfen. Wenn in der Nordsee Menschen in Seenot geraten wird alles getan, um diese vor dem Ertrinken zu bewahren – und das zu Recht! Wer den gefahrvollen Weg über das Mittelmeer sucht, flieht vor unvorstellbarem Elend, an dem Europa mitbeteiligt ist. Hier ist es genau wie in der Nordsee oder an jedem anderen Ort unsere Pflicht zu helfen. Das Leben eines Afrikaners aus Nigeria ist nicht weniger wert als das Leben eines Europäers! Der offene Brief der Städte Bonn, Köln und Düsseldorf, in der die drei Städte erklären, Flüchtlinge aus dem Mittelmeer aufnehmen zu wollen, ist daher zu begrüßen. Ich würde mir wünschen, dass sich weitere Kommunen dieser Initiative anschließen. Es gibt dafür ein Musterschreiben, mit dem Bürgerinnen und Bürger die Angelegenheit auf die Tagesordnung des Rates ihrer Kommune setzen können.“

Christian Leye dazu: „Vor Europas Haustür ertrinken täglich Männer, Frauen und Kinder – das darf uns nicht gleichgültig sein. Gerade der Kontinent, der mit seiner Handelspolitik, Waffenexporten und Kriegsbeteiligungen die Gründe für Flucht schafft, darf die Seenotrettung nicht kriminalisieren. Bevor Menschen in Not im Meer ertrinken, müssen wir aktiv werden.“

Hierfür wurde ein Musterschreiben erstellt, mit dem Bürger*innen nordrhein-westfälischer Kommunen die Angelegenheit auf die Tagesordnung des Rates ihrer Stadt oder Gemeinde setzen können. Kosten entstehen den Antragsteller*innen dabei keine. Das Musteranschreiben ist hier verlinkt.