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Die Linke NRW trauert um Hüseyin Aydin

Mit Hüseyin Kenan Aydin verliert Die Linke NRW einen wichtigen Genossen, ohne den es unsere Partei heute wohl nicht geben würde und einen Menschen, der mit beiden Beinen fest in der Arbeitswelt und im Ruhrgebiet verankert war

Geboren am 22.10.1962 in Pülümür, kam Hüseyin mit 13 Jahren mit seiner Familie nach Duisburg, wo er nach seinem Hauptschulabschluss 1980 bei Thyssen als Stahlarbeiter beschäftigt war. Als aktiver Gewerkschafter wurde er schon mit 22 Jahren in den Betriebsrat gewählt und engagierte sich seither in verschiedenen gewerkschaftlichen Funktionen in der IG Metall, seit 1996 als Gewerkschaftssekretär. Später übernahm er Aufgaben beim Hauptvorstand der IG Metall, zuletzt als Beauftragter für die Schmiedeindustrie. 

Als Mitgründer und Bundesvorstandsmitglied der WASG hatte Hüseyin entscheidenden Anteil am Zusammenwachsen mit der PDS und der Fusion zur heutigen Partei Die Linke. Die erste Mitgliederversammlung der WASG NRW organisierte er im April 2004 in Duisburg-Rheinhausen. 

Von 2005-2009 war in der ersten Linksfraktion im Bundestag verantwortlich für Entwicklungszusammenarbeit und an dieser Stelle Vorreiter für die Anerkennung des Völkermords an den Ovaherero und Nama durch die deutschen Kolonialtruppen in Namibia. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag ließ ihn, neben seinem gewerkschaftlichen Engagement, die Suche nach Gerechtigkeit nicht los. Selbst kurdisch-alevitischer Herkunft setzte er sich für die Anerkennung des Genozids an der Bevölkerung von Dersim im Rahmen der „Türkisierungspolitik“ in den 1930er Jahren ein. 

Bei der vorgezogenen Bundestagswahl 2025 kandidierte er im Wahlkreis Duisburg II direkt für Die Linke. Sein wichtigstes Anliegen für die Bundespolitik war, einen starken Sozialstaat zu schaffen, der niemanden zurücklässt. Für Hüseyin Aydin war die Würde des Menschen in jeder Lebenssituation ein Leitmotiv. 

Am 10. Juni 2026 ist er viel zu früh verstorben. 

Wir trauern um Hüseyin und werden ihn als kämpferischen und streitbaren Genossen mit scheinbar unerschöpflicher Energie in dankbarer Erinnerung behalten. Unser Mitgefühl gehört seiner Frau, seiner Familie und seinen Freund*innen. 

Hüseyin, em bêriya te dikin! 

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