Die Linke im RVR: Kommunalwahlprogramm 2025

Grünes Ruhrgebiet – sozial, solidarisch, vielfältig und für alle

Nach Moskau, Istanbul, Paris und London ist das Ruhrgebiet mit seinen 5,1 Millionen Einwohner*innen der fünftgrößte Ballungsraum in Europa. Das Ruhrgebiet und der Regionalverband Ruhr (RVR) haben Gewicht – oder besser: Sie könnten Gewicht haben, wenn die 53 Städte in der Region an einem Strang ziehen und ihre Kraft politisch gemeinsam in die Waagschale werfen.

Der RVR ist der älteste und größte Kommunalverband in Deutschland. Er beschäftigt sich seit seiner Gründung als Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk im Jahre 1920 damit, wie sich das Ruhrgebiet weiter entwickeln soll. Durch die Übertragung der Regionalplanung auf den RVR wurde diese Aufgabe der räumlichen Planung der ganzen Region gestärkt. Die Kulturhauptstadt Ruhr 2010, jugendliche Großveranstaltungen wie die Ruhr Games, die Manifesta 2026 und die Internationale Gartenbauausstellung 2027 haben und werden weiter zum Zusammenwachsen der Region beitragen.

Nach dem RVR-Gesetz hat der RVR ausdrücklich die Aufgabe, dem „Gemeinwohl der Metropole Ruhr“ zu dienen und ist das politische Sprachrohr des Ruhrgebietes. Die Linke ist dafür, dass diese Rolle des RVR weiter gestärkt wird! Er kann auch direkt Aufgaben der Kommunen übernehmen – auch das sollte stärker umgesetzt werden.

Finanziert wird der RVR von den elf kreisfreien Städten und den vier Landkreisen im Ruhrgebiet und durch Fördermittel für viele Projekte. Womit er sich konkret beschäftigt, beschließt die Verbandsversammlung des RVR, das Ruhrparlament, das bei den Kommunalwahlen am 14. September 2025 neu gewählt wird.

Sichtbar und erlebbar wird die Arbeit des Verbandes für die Einwohner*innen unter anderem bei den Halden, die vom Bergbau hinterlassen wurden, den Freizeitgesellschaften, im Emscher Landschaftspark oder den zahlreichen „Highlights“ der Route der Industriekultur, aber auch bei Großveranstaltungen wie den Ruhr Games und der Extraschicht.

Die wirtschaftliche Entwicklung im Ruhrgebiet ist nach Jahrzehnten des Niedergangs von Kohlebergbau und Stahlindustrie wieder positiv. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat 2025 mit knapp 1,9 Millionen einen Höchststand erreicht. Auch die Zahl der Studierenden ist mit 250.000 auf dem bisherigen Höchststand. Die Aufgaben sind aber nach wie vor riesig: Denn die Kehrseite dieser Entwicklung ist eine Armutsquote von über 22 Prozent, die zu den höchsten bundesweit gehört und die Verfestigung von struktureller Armut deutlich macht. Der Strukturwandel ist also noch nicht zu Ende – vor allem die sozialen Folgen müssen noch überwunden werden

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Die Linke im RVR: Kommunalwahl 2025, Kandidierende

Werkzeugmacher, langjähriger Betriebsrat, Essen

Vor vielen Jahren hat ein Ministerpräsident des Landes NRW den Strukturwandel im Ruhrgebiet für beendet erklärt. Wie sehr er daneben lag, macht eine aktuelle Zahl deutlich: Mehr als 22 Prozent der Menschen im Ruhrgebiet leben von Transferleistungen und gelten als "armutsgefährdet". Bei den Kindern sind es in manchen Stadtteilen an die 60 Prozent. Das ist unerträglich! Sicher, das Ruhrgebiet muss zur Grünsten Industrieregion werden. Es muss vor allem aber die Armut bekämpfen - das ist soziale Gerechtigkeit!

Projekt-Eventmanagerin, Bochum

Kultur ist für mich kein „Zusatz“, sondern ein Grundpfeiler demokratischer Teilhabe. Ich möchte mich daher im RVR besonders für eine soziale, vielfältige und zugängliche Kulturpolitik einsetzen. Denn Kultur gehört allen – unabhängig von Einkommen, Herkunft, Bildungsgrad oder Sprache.

Verwaltungsfachangestellte, Bottrop

Ein Großraum mit 5,1 Millionen Menschen, wie das Ruhrgebiet braucht auch einen Nahverkehrsplan wie für eine Großstadt, eingleisige Strecken wie in Bottrop müssen endlich der Vergangenheit angehören.

Tierpfleger, Wetter, Ennepe-Ruhr-Kreis

Sport ist kein Luxus – sondern Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Deshalb ist es für mich wichtig, dass der RVR die Mittel für die Regionale Sportförderung erhöht, sich der Förderung des Breiten- wie des Spitzensportes im Ruhrgebiet widmet.

Lehrerin i.R., Herne

Wir brauchen eine bessere Vernetzung der Bildungsakteure in der Region durch die Fortschreibung des Bildungsberichtes des Regionalverbandes Ruhr und das Bildungsforum Ruhr. Die Ruhr Futur gGmbH muss langfristig abgesichert werden. Es kann nicht angehen, dass das Ruhrgebiet so viele Schulabgänger ohne Abschluss hat!

Ich bin Matthias Fabry, 38 Jahre alt und komme aus Dortmund.

Als gelernter Koch weiß ich, was es bedeutet, Teil der Arbeiterklasse zu sein: vom Lohn der eigenen Arbeit abhängig zu sein, während Lebensmittelkonzerne Milliardengewinne einstreichen und mit Wohnraum spekuliert wird. Die Linke setzt sich im Ruhrgebiet und ganz Deutschland für einen Mietendeckel ein, damit mehr vom hart erarbeiteten Geld zum Leben bleibt. Der Wohnungsmarktbericht des RVR zeigt, wie notwendig das ist.    

Arbeit soll den Menschen zugutekommen und nicht in die Aktienportfolios der Aktionär*innen fließen.

Journalistin, Rheinberg, Kreis Wesel

Wir setzen uns für die kreative Umnutzung alter Industriegebäude und die Förderung jugendlicher Sport- und Subkulturen wie Skateboarding, BMX, Graffiti und Parcours ein – junge Menschen sollen im Ruhrgebiet partizipative und selbstgestaltete Räume finden. Gleichzeitig wollen wir weniger Flächenversiegelung, mehr Lebensräume für Wildtiere und eine gezielte Förderung von Flora und Fauna – auch ländliche Regionen im RVR dürfen in Kultur- und Umweltfragen nicht aus dem Blick geraten.

Student, Herdecke, Ennepe-Ruhr-Kreis

Ich will mich im Regionalverband Ruhr (RVR) für eine Politik einsetzen, die die Menschen in den Mittelpunkt stellt – nicht die Autos. Wer alt ist, wer nicht mobil ist, wer jahrzehntelang seinen Beitrag geleistet hat, darf nicht auf dem Abstellgleis landen. Ein gut vernetzter öffentlicher Nahverkehr ist kein Luxus, sondern eine Frage der Menschenwürde. Der RVR muss endlich dafür sorgen, dass die Städte unserer Region auch ohne Auto wirklich verbunden sind – verlässlich, bezahlbar und barrierefrei.“

Wissenschaftsmanagerin, Bochum

Ich möchte mich dafür einsetzen, dass das Ziel des Regionalverbandes Ruhr, das Ruhrgebiet zur grünsten Industrieregion der Welt zu machen, mit Leben gefüllt wird. Die Verwaltung(en) müssen zu konkreten Veränderungen angetrieben werden – in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort. Klimaschutz ist zu wichtig, um ein Elitenprojekt zu sein!

Auszubildender Chemielaborant, Duisburg

Eine der Schlüsselindustrien für Maschinen- und Autobau ist die Stahlindustrie. Doch hier sind trotz Milliardengewinnen tausende Arbeitsplätze im Ruhrgebiet gefährdet. Die Linke setzt sich dafür ein, dass keine Arbeitsplätze verloren gehen und für eine Transformation zur klimaneutralen Stahlindustrie durch den Einsatz von grünem Wasserstoff, die auch in 50 Jahren noch unserem Land nützt.