„Gefangen in der Olympia-Matrix“

Die Linke Nordrhein-Westfalen

Mitte Februar will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) den Bewerberstädten einen „Fragenkatalog 2026” mit allen detaillierten Kategorien und Kriterien zukommen lassen. Die Bewerbung für die Olympischen Spiele muss dann bis zum 1. Juni 2026 eingereicht werden. Ob die Landesregierung die Antworten auf die Fragen vor dem Bürgerentscheid am 19. April der Öffentlichkeit bekannt gibt, ist nicht klar. Ob die Landesregierung im Auftrag aller 16 Kommunen aus Rhein-Ruhr überhaupt noch eine Bewerbung nach dem Bürgerbegehren abgeben kann und will, werden wir nach dem 19. April sehen und diskutieren. Sie und Du können dazu einen Beitrag leisten!

Wie die Fragen des DOSB aussehen könnten, kann man den Vorbereitungsunterlagen aus dem Jahre 2015 für die deutsche Bewerbung für 2024 entnehmen, die bekanntlich gar nicht mehr eingereicht wurden, weil Paris das Rennen machte. Auffällig ist, dass diese Kriterien sich auf Städte beziehen und weniger auf Regionen, wie in unserem Falle mit Rhein-Ruhr. 2015 waren es 10 Kriterien und 12 Fragen.

In Frage 7 heißt es: „… Mit welchen Kosten rechnen Sie, und welches Finanzierungskonzept streben Sie für die Bewerbung an?“

Faktisch gibt es drei Kostengruppen:

A: Bewerbungskosten. National + International

B: OCOG-Budget: Durchführung

C: Non-OCOG-Budget: Investitionen

A Kosten

Bürgerbeteiligung in NRW ca. 20 Mio. Euro und dann kommen noch mal ca. 20 Mio. Euro Kosten für den deutschen Wettbewerb dazu. Dann folgen eventuell die Kosten für den internationalen Wettbewerb. Da muss man von weit über 30 Mio. Euro ausgeben. Istanbul hatte 2020 53 Mio. Dollar aufgebracht.

B Kosten

Das Durchführungsbudget zur Organisation der Spiele. Sie werden getragen vom IOC, Einnahmen und Zuschüsse. Das IOC darf bundesweit steuerfrei agieren, Aufträge vergeben und Mrd. Euro Gewinne machen.

C Kosten

Das sind zusätzliche Investitionen und unabhängige Investitionen. Öffentliche Dienstleistungen außerhalb der Stadien (z.B. Events vor Ort)

Beispiel München: 
B: 4,5 Mrd. 
C: 14 bis 17 Mrd. Euro. 
Die C Kosten sind ein weites Feld. Bei der Fußball-EM 2024 haben in NRW z.B. die Kommunen Dortmund, Düsseldorf, Gelsenkirchen und Köln jeweils eigene zweistellige Mio. Euro Beträge ausgegeben. Die Kosten sind wegen Sicherheits-Anforderungen aus dem Ruder gelaufen.

NRW musste für die Matrix nachjustieren

Noch Ende des Jahres musste die NRW-Landesregierung nachjustieren. Köln wurde als „Leading City“ erklärt. Ministerpräsident Wüst hatte die Konkurrenz von München, Berlin und Hamburg stark unterschätzt. „Internationale Strahlkraft“ spielt im internationalen Wettbewerb und in den DOSB-Kriterienkatalogen eine große Rolle.

Die Süddeutsche Zeitung schrieb am 13.12.2025 unter der Überschrift: „Gefangen in der Olympia-Matrix“: „Kompliziert? In der Tat … Beim Thema Reisezeiten hätte das zum Beispiel so aussehen können: 100 Punkte für Reisezeiten zwischen 0 und 15 Minuten, 80 für Zeiten ab 16 bis 30 Minuten …“ Bei dieser Matrix wird NRW auf jeden Fall sehr schlecht abschneiden.

Ob die Matrix den entscheidenden Ausschlag gibt, ist nicht gewiss. Entscheidend wird sein, wie die Zusammensetzung der DOSB-Mitgliederversammlung im September aussehen wird und ob die CSU auf Bundesebene bei Kanzler Merz interveniert. Und dann kann Ministerpräsident Wüst alt aussehen.

Besser Sie und Du stimmen am 19. April gleich mit Nein!