Risiken auf den Tisch!

Attac Bochum zum Ratsentscheid Olympiabewerbung

Am 19. April 2026 sollen Bürger*innen in 17 nordrhein-westfälischen Städten durch Ratsbürgerentscheid bestimmen, ob sich die Städte als „Olympia Köln/Rhein-Ruhr“ für die Olympischen Spiele bewerben. Wir begrüßen die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), einen Bürgerentscheid durchzuführen. Wir halten es allerdings unbedingt für nötig, im Vorfeld die Bürger*innen angemessen darüber zu informieren, welche Chancen, Risiken und Kosten mit dieser Entscheidung verbunden sind.

Das bisherige Informationsangebot genügt diesem Anspruch nicht. Es macht einseitig Werbung für eine Olympia – Bewerbung mit dem Ziel, die Bürger*innen zu einer generellen Zustimmung zu bewegen. Entscheidende Gegenargumente kommen nicht vor, eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema „Olympische Spiele” und dem IOC findet erst gar nicht statt. 

So wird die traditionell mit den Olympischen Spielen verbundene Kostenexplosion oder auch die Gentrifizierung in den Metropolen bei der Ausrichtung der Spiele nicht mit einem Wort erwähnt.

Durch die Errichtung von Spielstätten und Infrastruktur profitieren vor allem multinationale Großkonzerne und internationale Hotelketten, während die negativen Folgen die allgemeine Bevölkerung und insbesondere die vulnerablen Mitglieder der Gesellschaft treffen:

  • Obdachlose werden in der jeweiligen Stadt als Stigma betrachtet und verbannt
  • Verstärkte Nutzung von Wohnungen für den Tourismus über Plattformen wie Airbnb, die Mieten steigen aufgrund der zunehmenden Immobilienspekulationen exorbitant an
  • Zuzug internationaler Immobilienspekulanten und Gentrifizierung von Stadtteilen
  • Hohe Sicherheitskosten, die in Paris im Milliardenbereich lagen, und Militarisierung der Polizei
  • Hohe Verschuldung der ausrichtenden Städte – bei gleichzeitiger Steuerfreiheit für das Internationale Olympische Komitee

 

Das alles wäre abzuwägen gegen mögliche Vorteile. Wenn der DOSB es für möglich hält, diese (bisherigen) Folgen einer Olympia Ausrichtung zu verhindern, wüssten wir gern vor dem Bürgerentscheid, welche Pläne es dazu gibt.