Aufruf der Linken NRW zum 1. Mai 2026
Der 1. Mai ist unser Tag – der Tag der Arbeiterinnen und Arbeiter, der Gewerkschaften und des gemeinsamen Kampfes für soziale Gerechtigkeit. Auch in diesem Jahr rufen wir als LINKE NRW alle Beschäftigten, Erwerbslosen, Auszubildenden und Rentnerinnen und Rentner dazu auf, sich an den Demonstrationen und Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes zu beteiligen.
Denn dieser 1. Mai findet in einer Zeit statt, in der zentrale Errungenschaften der Arbeiterbewegung erneut massiv unter Druck geraten. Die Bundesregierung greift den Acht-Stunden-Tag an. Arbeitgeberverbände und konservative Kräfte stellen die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, den Kündigungsschutz und das Recht auf Teilzeit offen infrage. Gewerkschaften warnen zu Recht vor einem sozialen Kahlschlag, der die Lebensbedingungen von Millionen Menschen verschlechtern würde.
Gleichzeitig erleben wir, dass in vielen Betrieben Arbeitsplätze abgebaut, Standorte verlagert und die Beschäftigten zu immer mehr Leistung bei immer weniger Sicherheit gedrängt werden. Der Sozialstaat, der über Generationen erkämpft wurde, soll Stück für Stück ausgehöhlt werden – während die Unternehmen gute Arbeit und faire Löhne immer weiter zurückdrängen.
Währenddessen stehen für Aufrüstung und Militarisierung gewaltige Summen bereit. Milliarden und Abermilliarden sollen in Waffen und militärische Infrastruktur fließen – Geld, das für Bildung, Pflege, bezahlbaren Wohnraum und eine sozial-ökologische Transformation dringend gebraucht würde. Sicherheit entsteht nicht durch Aufrüstung, sondern durch soziale Gerechtigkeit, gute Arbeit und eine starke öffentliche Daseinsvorsorge.
Wir sagen: Die Reichen müssen stärker zur Finanzierung des Gemeinwesens herangezogen werden – nicht die Beschäftigten, nicht die Rentnerinnen und Rentner und nicht die junge Generation.
Der 1. Mai ist deshalb mehr als ein Gedenktag. Er ist ein Tag des Widerstands und der Solidarität. Gemeinsam mit den Gewerkschaften kämpfen wir für:
- den Erhalt und Ausbau des Sozialstaats
- starke Tarifverträge und Mitbestimmung
- gute Arbeit und sichere Arbeitsplätze
- Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums zu denjenigen, die ihn erarbeiten
- eine Friedenspolitik statt Aufrüstung
Kommt am 1. Mai zu den Kundgebungen und Demonstrationen des DGB in Nordrhein-Westfalen. Setzen wir gemeinsam ein Zeichen gegen Sozialabbau, gegen Aufrüstung und für eine solidarische Gesellschaft.
Heraus zum 1. Mai!
Keinen Millimeter dem Faschismus!
Am 1. Mai alle nach Essen!
Der Landesvorstand der Linken NRW ruft gemeinsam mit zahlreichen demokratischen Kräften dazu auf, am 1. Mai 2026 ein unmissverständliches Zeichen gegen Rechts zu setzen. Die extrem rechte Partei „Die Heimat“ – die lediglich die alte, völkische NPD in einem neuen Gewand darstellt – plant erneut, unsere Straßen mit ihrem Hass zu besudeln. Dass sie sich dafür ausgerechnet den Tag der Arbeit und den Hirschlandplatz ausgesucht haben, ist eine kalkulierte Provokation gegen die gesamte Arbeiterbewegung.
Wir vergessen nicht: Am 2. Mai 1933 zerschlugen die Nationalsozialisten die Gewerkschaften, besetzten ihre Häuser und inhaftierten ihre Funktionär:innen. Wer heute unter dem Banner der „Heimat“ marschiert, stellt sich offen gegen soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde und die demokratische Grundordnung. Diese Verfassungsfeindlichkeit ist nun auch höchstrichterlich verbrieft: Das Bundesverfassungsgericht hat die Partei für sechs Jahre von der staatlichen Finanzierung ausgeschlossen, da sie das Ziel verfolgt, unsere freiheitliche Ordnung zu beseitigen.
Doch juristische Erfolge reichen nicht aus, wenn Nazis versuchen, den öffentlichen Raum für ihre menschenverachtende Ideologie zu kapern. Es ist unsere Pflicht als Demokrat:innen und Antifaschist:innen, dem völkischen Nationalismus einen solidarischen Antagonismus entgegenzusetzen. Wie unsere antifaschistische Sprecherin Manu Cengiz Bechert klarstellt:
„Wir sind alle Antifa und daher geht es für mich am 1. Mai selbstverständlich nach Essen – denn Antifa bleibt Handarbeit!“
Die Linke NRW steht Schulter an Schulter mit allen, die für eine offene und gerechte Gesellschaft kämpfen. Wir lassen nicht zu, dass Essen zum Aufmarschgebiet für Ewiggestrige wird. Kommt zahlreich, seid laut und zeigt, dass Faschismus keine Meinung, sondern ein Verbrechen ist!
Hier findest du alle wichtigen Informationen zum Gegenprotest:
Wir unterstützen das breite zivilgesellschaftliche Bündnis „Essen stellt sich quer“ bei seinem Einsatz für ein nazifreies Ruhrgebiet. Aktuelle Updates zu den genauen Treffpunkten, Zeiten und geplanten Aktionen findest du hier: Offizielle Website des Bündnisses:www.essq.de


