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MdB, Kathrin Vogler

Schwulen und bisexuellen Männern zügig ein Impfangebot machen

„Normalerweise würden wir vor allem vor Stigmatisierung warnen, aber das Infektionsgeschehen ist nach derzeitigem Kenntnisstand so eindeutig, dass es nur eine vernünftige Konsequenz geben kann: Schwule und bisexuelle Männer müssen zügig Impfangebote gegen Affenpocken erhalten“, fordert Kathrin Vogler, gesundheits- und queerpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Vogler weiter:

„Wir sollten unaufgeregt zur Kenntnis nehmen, dass nach den bisherigen Erkenntnissen die Verbreitungsherde der Affenpocken in erster Linie Orte sind, an denen sich schwule und bisexuelle Männer zum Sex trafen. In Deutschland sind bislang ausschließlich Männer betroffen, die - soweit bekannt - schwul oder bisexuell sind.

Die Affenpocken sind nicht vergleichbar mit HIV/Aids, und keinesfalls dürfen sich die Fehler der 1980er wiederholen, als Betroffenengruppen für die Ausbreitung der Krankheit verantwortlich gemacht wurden. Aber nüchtern ist zu betrachten, wo sich die Affenpocken derzeit ausbreiten. Da aufgrund der langen Inkubationszeit von drei Wochen erst die Spitze des Eisbergs sichtbar ist, ist schnelles Handeln geboten.

Ich fordere das Bundesgesundheitsministerium auf, gemeinsam mit Organisationen, die über eine hohe zielgruppenspezifische Kompetenz verfügen, wie den Aidshilfen, schnell eine Aufklärungs- und Impfkampagne zu starten und zügig mit dem Impfen in der Betroffenengruppe zu beginnen, um die Erkrankung schnell einzudämmen. Dies betrifft schwule und bisexuelle Männer, insbesondere mit wechselnden Sexualpartnern und insbesondere in Regionen mit hohen Fallzahlen.

Andere Vorschläge, die Krankheit einzudämmen, etwa indem man Kondome benutzt, sind angesichts der Übertragungswege schlicht unzureichend. Auch Appelle an die sexuelle Enthaltsamkeit werden nach zwei Jahren Coronapandemie nur bedingt helfen, schnelle Impfangebote für die Betroffenen jedoch schon.“