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22.9.18 in Bochum: Care-Konferenz - Pflegenotstand stoppen!

Dass in der Pflege dringender Handlungsbedarf besteht, hat sich inzwischen herumgesprochen. Um aber gegenüber der Regierung ausreichende Maßnahmen durchzusetzen, ist noch viel Druck nötig. Auf unserer Care-Konferenz wollen wir darüber beraten, wie es weiter gehen soll, mit dem Einsatz gegen den Pflegenotstand.

Programm:

Grußwort: Landessprecherin Inge Höger

Inputreferat: 
Wolfgang Cremer, Landesfachbereichsleiter Fachbereich 3 ver.di NRW | Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

Kurze Vorstellung der Workshops

Mittagspause 12:30 bis 13:00 Uhr

Workshop-Phase von 13:00 bis 14:45

Workshop 1: Situation in der häuslichen Pflege
Wie ambulante Dienste und sorgende Angehörige unter Pflege leiden
76 Prozent aller Pflegebedürftigen werden in Deutschland zu Hause versorgt. Damit sind die rund 5 Millionen pflegenden Angehörigen die tragende Säule unseres Pflegesystems. Doch die Situation in der häuslichen Pflege ist katastrophal: Berichte über extreme Belastungen, häufige Armut und soziale Isolation sind fast wöchentlich in den Medien. Dies wird im Workshop anhand von aktuellen Daten und auf der Basis unserer Erfahrungen als Interessenvertretung pflegender Angehöriger dargestellt.
Nachdem die Problemfelder skizziert wurden, sollen auch mögliche Lösungen aufgezeigt und anschließend diskutiert werden. Insbesondere stehen im Workshop die Themen Entlastung, soziale Absicherung und Vereinbarkeit von Pflege und Beruf im Fokus.
Referent*in: Christian Pälmke, Wir pflegen e.V.
Silke Schmidt, Altenpflegerin
Moderation: Sylvia Gabelmann, MdB

Workshop 2: Was ist eigentlich angemessen?
Die Auseinandersetzungen um die Personalbemessung und Pflegenotstand
Referent:: Thomas Zmrzly - ver.di-Streikkomitee Uniklinik Düsseldorf
Moderation: Sonja Neuhaus (Vorstand DIE LINKE. NRW)

Workshop 3: Du darfst alles werden, nur nicht krank!
Wie Menschen ohne Krankenversicherung durchs Leben kommen
Die Kinderkrankenschwester Sylvia Brennemann wird über die Situation nicht krankenversicherter Menschen berichten. Sylvia Brennemann arbeitet, lebt und engagiert sich im Duisburger Stadtteil Marxloh, der über die verschiedenen Medien immer wieder als sogenannte No GO Area in die Schlagzeilen geraten ist. Etwa 16000 Menschen in Duisburg sind derzeit nicht krankenversichert, der überwiegende Teil sind Neuzuwanderer aus Süd Ost Europa, denen nach derzeitigem Stand jegliche staatlich existentielle Leistungen vorenthalten werden. Mit dem Team des sozialpastoralem Zentrum Petershof hatte Sylvia Brennemann eine Praxis für Menschen ohne Krankenversicherung ins Leben gerufen um vor allem den politischen Druck auf die Verantwortlichen auf Kommunaler, Landes und Bundesebene soweit zu erhöhen, dass den Betroffenen den regulären Gesundheitsschutz zugesprochen wird. Trotz einer hohen medialen Aufmerksamkeit und vielen Verhandlungen auf allen politischen Ebenen ist die prekäre gesundheitliche Situation der Betroffenen unverändert, nach wie vor sind tausende Menschen nicht krankenversichert. Im Workshop wird es zunächst darum gehen, was bedeutet es für Familien nicht einfach so zum Arzt gehen zu können, wie wirkt sich diese Nichtversorgung vor allem auf Frauen, Kinder und chronisch Erkrankte aus? Welche Schritte hat man von Städtischer und Landesseite unternommen um die Situation der Betroffenen zu entschärfen? Welche Schritte müssen nun folgen?
Referentin: Sylvia Brennemann (Petershof)
Moderation: Ingrid Jost (Vorstand DIE LINKE. NRW)

Workshop 4: Gesundheit ist keine Ware
Wie die Profitorientierung von Krankenhäusern die Daseinsvorsorge Gefährdet
Die deutsche Krankenhauslandschaft wurde in den letzten 20 Jahren zu einem Sektor des Gesundheitsmarktes umgebaut. Krankenhäuser werden nicht mehr nach ihrem Bedarf finanziert, sondern durch marktförmige Steuerung. 
Spätestens seit der Einführung von Fallpauschalen herrschen in Krankenhäusern Personalnot, Über-, Unter- und Fehlversorgung. 
Entscheidungen über Behandlungen werden nicht allein nach medizinischen Kriterien getroffen, sondern danach was sich gewinnbringend abrechen lässt. Es wurden viele Stellen im nicht-ärztlichen Bereich abgebaut, die Arbeitsbedingungen haben sich massiv verschlechtert. Darunter leidet auch die Versorgung und die Sicherheit der Patientinnen und Patienten.
In diesem Workshop soll über die Auswirkungen der Ausrichtung auf Markt und Wettbewerb in Krankenhäusern aufgeklärt werden. Und wir wollen diskutieren, wie es auch anders gehen kann. Unser Ziel: Krankenhäuser sollen vor allem Einrichtungen der gesellschaftlichen Daseinsvorsorge sein. Krankenhausplanung und -finanzierung sind öffentliche Aufgaben anhand einer medizinischen Bedarfsplanung. Das ist im Rahmen von Fallpauschalen nicht zu erreichen. Nicht zu erzielbare Gewinne sondern der medizinische Bedarf müssen Richtschnur für die Finanzierung sein.
Referentin: Nadja Rakowitz (Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte)
Moderation: Inge Höger (Sprecherin DIE LINKE. NRW)

Workshop 5: Care Revolution: CAREstin macht das schon… 
Unsichtbar, schlecht bezahlt, prekär - Sorgearbeit unter Druck
Sorgearbeit wird allerorts verrichtet. Aller vermeintlichen Wertschätzung zum Trotz meist unsichtbar, unter prekären Bedingungen, gering bezahlt oder unentlohnt. „Augen auf bei der Berufswahl“, lautet ein zynischer Slogan: Hat selber schuld, wer Care-Berufe ausübt? Welche ökonomische Bedeutung haben Tätigkeiten wie Putzen und Kochen, Pflegen und Hegen, Betreuen und Beraten? Wie funktionieren globale Sorgeketten? Welche Rolle spielen Geschlechterverhältnisse? Was geschieht, wenn Sorgearbeit unter Druck gerät und Reproduktion in Krise? Was verbirgt sich hinter der Idee einer „Care Revolution“?
Nach einem Impulsreferat von Melanie Stitz wollen wir über diese und andere Fragen diskutieren. 
Referentin: Melanie Stitz (Care Revolution)
Moderation: Nina Eumann (Vorstand DIE LINKE. NRW)

Workshop 6: Die Altenpflege – mehr als satt und sauber
Die Pflegeversicherung ist eine Teilkaskoversicherung und mit dem Vorrang der Pflege zu Hause, der angeblichen Stärkung der häuslichen Pflege. Die Pflegeversicherung soll die Familie bei der Pflege von Angehörigen unterstützen,sie bietet Anspruch auf Leistungen nicht auf gute Pflege. Das begründet Zuzahlungen zu sog. Sachleistungen und bildet sich dann in den Pflegestufen und Pflegesätzen ab. Es gibt Geldleistungen für pflegende Angehörige, Sachleistungen für Pflegedienste zur Unterstützung oder einen Betrag bei stationärer Pflege im Heim. Diese Pflegesätze sind nach Minuten gerechnet und diese Minutentaktung der Altenpflege lässt nichts anderes zu als "satt und sauber"! Weil Pflege und Zuwendung nicht berücksichtigt werden.
In diesem Workshop geht es um eine Bestandsaufnahme der Pflegeversicherung und darum, dass Pflege nach wie vor überwiegend von Frauen geleistest und nicht bezahlt wird. Unser Ziel sollte sein, die Würde des Menschen bei notwendiger Pflege erhalten und den Pflegebedarf vollständig erfassen und abdecken, die Qualität in der Pflege sichern und steigern, Professionelle und ehrenamtliche Pflegeleistungen deutlich abgrenzen und Pflegezeiten von Angehörigen mit Lohnersatz ausstatten.
Referent*in: Hannelore Buls (SoVD)
Helga Ebel (DIE LINKE BAG Gesundheit und Soziales)

14:45 – 15:00 Kaffeepause

Abschlussplenum
Vorstellung der Ergebnisse aus den 6 Workshops 

Statement: 
Die Ökonomisierung des Gesundheitswesens stoppen - DIE LINKE und ihre Kampagne Pflegenotstand stoppen
Sascha H.Wagner, Landesgeschäftsführer

Schlusswort: Landessprecher Christian Leye


Anmeldung erbeten unter carekonferenz@dielinke-nrw.de
Kinder können gerne mitgebracht werden. Bitte bei der Anmeldung angeben. 

Hinweis: 
Der Veranstaltungsort ist weitgehend barrierefrei. Entsprechende Bedarfe bitte bei der Anmeldung angeben.


23.9. Kampagnen Aktionskonferenz

In mehreren Workshops werden wir uns mit den verschiedenen Fragestellungen linker Gesundheits- und Mietenpolitik, aber vor allem konkreten Aktionsformen auseinandersetzen.
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